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Ein Date für Mad Mary
Ein Date für Mad Mary
© Salzgeber & Co

Kritik: Ein Date für Mad Mary (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Auf dem Papier liest sich Darren Thorntons Langfilmdebüt wie eine romantische Komödie mit ausgefallenem Personal. Der Titel deutet in dieselbe Richtung. Doch Thornton, der das Drehbuch nach Yasmine Akrams Theaterstück "10 Dates with Mad Mary" (2010) gemeinsam mit seinem Bruder Colin geschrieben hat, unterläuft die klassischen Erzählmuster einer Romantic Comedy ein ums andere Mal gewitzt und spielt dabei lustvoll mit der Erwartungshaltung seines Publikums.

Das fängt bereits bei Thorntons Hauptfigur an, die mit ihrer schroffen, teils ungelenken Art und ihrer Unerfahrenheit in, ja ihrem Desinteresse an Paarbeziehungen als konsequenter Gegenentwurf zur romantischen Heldin angelegt ist. Und das setzt sich in einer einfalls- und wendungsreichen Handlung fort, in der diese (außer-)gewöhnliche Heldin zunächst den zu erwartenden Weg einschlägt und dann doch völlig unbeabsichtigt und dort, wo sie es niemals vermutet hätte, die Liebe findet.

Allein Marys vortrefflich geschriebener, vielschichtiger und realistischer Charakter und Séana Kerslakes geerdete Interpretation dessen machen Thorntons Mischung aus Coming-of-Age-Film, Sozialdrama und romantischer Komödie sehenswert. Charleigh Baileys und Tara Lees Darbietungen ergänzen Kerslakes wunderbar. In Kombination mit der gesellschaftlichen Verortung im irischen Arbeitermilieu, in dem manche bereits in der Mittelschicht angekommen sind, während andere zurückbleiben, schnürt Darren Thornton "Ein Date für Mad Mary" zu einem gelungenen, tragikomischen Gesamtpaket.

Am Ende muss sich Mary von ihrer besten Freundin, die sich längst meilenweit von ihr entfernt hat, emanzipieren, sich selbst weiterentwickeln und ihre eigene Sexualität entdecken. Darren Thornton zeigt all das mit viel Gespür für seine Figuren, das Milieu und zurückhaltende Situationskomik.

Fazit: "Ein Date für Mad Mary" ist eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Film, Sozialdrama und romantischer Komödie voll geerdeter Figuren, überraschender Wendungen, einem offenen Ausgang und zurückhaltendem Humor.




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