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FBW-Bewertung: Bamse - Der liebste und stärkste Bär der Welt (2017)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Bär Bamse lebt mit seinen Freunden in einem idyllischen Städtchen, in dem auch alle früheren Gauner der Gegend glücklich und zufrieden leben. Das war nicht immer so, aber dank Bamse und seinem Donnerhonig muss sich kein Tier mehr fürchten, denn die Schurken von einst sind jetzt integriert, als Gärtner oder Bäcker.

Mit ruhigem, wohl abgestimmten Erzähltempo und gefälliger, im besten Sinne des Wortes wohltuend-altmodischer Animation entführt BAMSE - DER LIEBSTE UND STÄRKSTE BÄR DER WELT in eine kleine, überschaubare Zeichentrickwelt. Deren inneres Gleichgewicht funktioniert, so erfahren die Zuschauer gleich zu Beginn, weil Bär Bamse bestimmt, was gut oder schlecht ist. Das mag aus Sicht eines Erwachsenen ein wenig dominant klingen, doch Kinder brauchen natürlich auch ein wenig mehr Vorbilder und Strukturen.

In Christian Ryltenius Animationsabenteuer ist allein der listige Fuchs ein wirklicher Schurke geblieben. Er kann alle ehemaligen Räuber davon überzeugen, dass allein er ein wahrer Freund sei, Bamse dagegen, nach dem Motto ?einmal ein Dieb, immer ein Dieb? sie allenfalls dulde. Und so kidnappen die Räuber Bamses Oma und planen gleich darauf einen großen Coup.

BAMSE - DER LIEBSTE UND STÄRKSTE BÄR DER WELT handelt von Freundschaft und gemeinschaftlicher Stärke, und auch davon, wie schnell man sich ausgeschlossen fühlen kann. Das, so befindet die Jury, funktioniert großartig, denn alle Figuren des Animationsfilmes sind echte Charaktere. In der Diskussion zeigte sich die Jury durchaus angetan von der lebensnahen Darstellung der Figuren. So altmodisch sich die Animation auch gibt, so modern sind die gezeigten Sozialstrukturen. Immerhin zeigt der Film höchst unterschiedliche Familienkonstellationen und sogar ?Gender Bender?-Situationen.

Begeistert zeigte sich die Jury auch von der visuellen Kreativität des Films. Besonders der Weg zur Diebsburg, da war sich die Jury sicher, wird die kindliche Einbildungskraft anregen. Gemeinsam mit seiner Tochter, Kaninchen Hopser und Herrn Schildkröte bricht Bamse dahin auf, um seine Oma aus den Händen der Räuber zu retten. Dafür müssen sie aber erst einmal durch den Trollwald. Der steckt voller Gefahren und merkwürdiger Geschöpfe und einer wirklich phantasievollen Unterquerung der Trollburg. Die Macher des Films haben hier, mit interessanten Lichtstimmungen und tollen Einfällen wirklich großartige Arbeit geleistet.

Positiv hervorgehoben hat die Jury auch, dass der Film keineswegs nur eindimensional erzählt. Charaktere und Dramaturgie sind so angelegt, dass die Sympathie des Zuschauers auch kurzzeitig bei den Schurken verweilen kann, wenngleich sie letztlich natürlich zum Protagonisten und seinen Freunden zurückkehrt. Dass sich Bamses Tochter schließlich sogar als noch ein wenig cleverer als ihr Vater erweist, untergräbt kurzfristig Bamses Autorität, ist aber ein Schmankerl, mit dem sich auch die Eltern anfreunden werden.

In einer wirklich vorschulkindertauglichen Länge von 66 Minuten erzählt BAMSE - DER LIEBSTE UND STÄRKSTE BÄR DER WELT ein großes Abenteuer für ein junges Publikum. Trotz Rückblenden ist der Film straff erzählt und mit erstklassiger Orchestrierung und originellen Lieder untermalt, die auch bei Erwachsenen zum Ohrwurm werden können. Nach ausgiebiger Diskussion freut sich die Jury, dass sie dem Film das Prädikat ?besonders wertvoll? vergeben kann.




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