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Plötzlich Santa!
Plötzlich Santa!
© Central Film © Capelight Pictures

Kritik: Plötzlich Santa! (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der norwegische Kinderfilm von Regisseur Terje Rangnes erzählt mit viel Humor und Sinn für märchenhaften Zauber eine sehr originelle weihnachtliche Geschichte. Sie basiert auf dem Bilderbuch "Weihnachten beim Weihnachtsmann" von Jens Ahlbom und Alf Prøsen und verrät sehr interessante Neuigkeiten aus dem Leben und Wirken des Weihnachtsmanns. Natürlich gibt es ihn wirklich, auch wenn sich Tischler Andersens Frau weigert, das zu glauben. Und er wohnt auch nicht im Himmel, sondern in einem riesigen magischen Baum im Wald, zusammen mit seiner Familie. Der Zipfelmützenträger und besonders seine Kinder haben auch ein paar Eigenschaften der skurrilen Wichtel abbekommen, die aus den weihnachtlichen Mythen Skandinaviens nicht wegzudenken sind.

Eine als Zeichentrickfilm sehr hübsch bebilderte Geschichte widmet sich am Anfang einem Weihnachtserlebnis des kleinen Andersen. Wie kam es, dass er genau das ersehnte Geschenk erhielt, obwohl er vergessen hatte, den Wunschzettel in den Weihnachtsstrumpf zu legen? Das Rätsel wird sich erst in der Haupthandlung lösen, die als Realfilm vom Weihnachtsfest des längst erwachsenen Andersen erzählt. Aber die Vorgeschichte erklärt, warum der etwas tollpatschige, herzensgute Tischler so ein glühender Verehrer des Weihnachtsmanns ist und auch seinem jüngsten Sohn den Glauben an ihn erhalten will. Im Gegensatz zum Tischler und dem kleinen Karl aber halten die anderen Mitglieder der Familie nichts von diesem Eifer. Die älteren Kinder geizen nicht mit Spott und Sabotageaktionen und die Ehefrau nennt ihren Mann im Streit gar einen Idioten. Der Ton ist manchmal rau, vermittelt aber auch eine erfrischende Authentizität, denn nur weil Weihnachten naht, erstarren die Menschen hier nicht in Sittsamkeit.

Der schier übermenschliche Einsatz des ungeschickten Andersen wird natürlich von höherer Warte registriert. Aber der Twist, der mit der Vorstellung der Familie des Weihnachtsmanns folgt, bringt wieder eine schelmisch-pfiffige Note in die zauberhafte Stimmung. Eine zarte Musik begleitet das halb traumhafte Geschehen kongenial. Und der Weihnachtsmann selbst findet nichts dabei, auch mal im Unterhemd dazusitzen. Mit seiner wunderbar abenteuerlichen und zugleich besinnlichen Atmosphäre bietet dieser Kinderfilms ein schönes weihnachtliches Kinoerlebnis.

Fazit: Dieser zauberhafte norwegische Kinderfilm holt auf originelle Weise weihnachtliche Wunder in die Realität einer Familie, in der außer dem Vater und dem jüngsten Sohn niemand mehr an den Weihnachtsmann glauben will. Hier geht skandinavischer Sinn für mal nüchtern trockenen, mal fröhlich lockeren Humor eine gelungene Verbindung mit der ruhigen magischen Atmosphäre ein, die die Fantasie auf Reisen schickt. Hinzu gesellt sich ein Hauch skurriler Wichtelmythologie, der angenehm schelmisch wirkt und das Geschehen bei aller Entrücktheit doch auch wieder erdet und vor der Kitschfalle bewahrt.




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