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FBW-Bewertung: Kleine Helden (2017)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: ?Wenn man krank ist, hört man nicht auf, glücklich zu sein!? sagt eines der fünf Kinder, die in diesem Film porträtiert werden, und die an schwersten Krankheiten leiden. Und dieser Satz bringt den Eindruck auf den Punkt, den der Dokumentarfilm KLEINE HELDEN hinterlässt. Alle fünf haben eine ansteckende Lebensfreude und eine erstaunliche menschliche Reife, die sicher ihrem Leidensweg geschuldet ist, von dem der Film zumindest eine Ahnung vermittelt. Wenn der kleine Imat weint und sich an seine Mutter schmiegt, weil es ihn schmerzt und große Überwindung kostet, den Schlauch für eineDialyse zu schlucken, dann ist das kaum zu ertragen. Aber der gleiche Junge spielt auch ausgelassen und erzählt stolz davon, dass er in der ersten Schulklasse in ein großes Schulheft schreiben darf. Die kleine Ambre lebt in der Zeit, die ihr bleibt, wie eine kleine Prinzessin und kann sich an einer Fahrt mit dem Roller ebenso intensiv freuen wie an dem Theaterstück, in dem sie auf der Bühne eine temperamentvolle Dame spielt. Mit ihr hat die Filmemacherin Anne- Dauphine Julliand auch eine poetische Abschiedsszene gefilmt: Mit den Worten ?Au revoir ? ich gehe jetzt!? verabschiedet siesich aus dem Film. Die fünf Protagonisten sind tatsächlich, wie im deutschen Titel behauptet, kleine Helden, denn sie weigern sich entschieden und mit einer bewundernswerten Souveränität, der Krankheit ihre Kindheit zu opfern. Und so ist auch ihr Lachen das eigentliche Leitmotiv des Films (desChansons ?Mistrals Gagnats? hätte es da gar nicht zwingend bedurft). Bemerkenswert ist auch, welche Kamera-Nähe die Kinder und ihre Familien zulassen. Keiner von ihnen fremdelt, keiner scheint für die Kamera zu spielen und oft scheinen sie sie auch ganz vergessen zu haben. Dies zeugt von demVertrauen, das der Regisseurin entgegengebracht wurde, und das sie dadurch gerechtfertigt, dass sie den Kindern und ihren Geschichten mit ihrem Film gerecht wird. Denn es ist ihr gelungen, mit der gleichen Wahrhaftigkeit von der Krankheit und dem Glück zu erzählen.



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