VG-Wort

oder
Renegades - Mission of Honor
Renegades - Mission of Honor
© Central Film © Universum Film

Kritik: Renegades - Mission of Honor (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Dass Luc Besson das Blockbusterkino beherrscht, beweist er mit seinen eigenen Filmen und denen seiner Produktionsfirma seit Jahrzehnten. Als Regisseur schickte er zuletzt Cara Delevingne und Dane DeHaan in der Comicverfilmung "Valerian – Die Stadt der tausend Planeten" (2017) in ein visuell berauschendes Weltraumabenteuer. Als Drehbuchautor versetzt der passionierte Hobbytaucher nun fünf Soldaten in eine atemberaubende Unterwasserwelt.

Besson hat das Skript gemeinsam mit Richard Wenk verfasst. Der kennt sich mit Action und Remakes aus, schrieb unter anderem die Bücher für "The Mechanic" (2011), "The Equalizer" (2014) und "Die glorreichen Sieben" (2016). Zwar ist "Renegades – Mission of Honor" keine Neuauflage eines alten Stoffs, fühlt sich aber permanent so an. Die Ausgangslage erinnert ein wenig an "Das dreckige Dutzend" (1967), die Tauchgänge an Bessons "Im Rauch der Tiefe" (1988) und James Camerons "The Abyss" (1989), an dem Regisseur Steven Quale als Jungspund mitarbeitete. Die Action zum Auftakt, wenn Matt Barnes (Sullivan Stapleton) & Co. in geheimer Mission unterwegs sind und ein Trümmerfeld hinterlassen, sieht wie eine Schmalspurvariante von "Mission Impossible" und "The Expendables" aus, für dessen zweiten Teil Wenk wiederum mit am Drehbuch schrieb.

Das Drehbuch selbst ist weitaus solider als die mittelmäßig inszenierte Action. Sieht man über einige physikalische Ungereimtheiten hinweg, sind Story, Figuren und Wendepunkte rund. Barnes ist der furchtlose Anführer mit dunkler Vergangenheit, Baker (Charlie Bewley) der leicht naive Schönling, Moran (Joshua Henry) der Denker, Porter (Dimitri Leonidas) der Lenker und Duffy (Diarmaid Murtagh) derjenige, der den Weg mit seinen Fäusten frei macht. Was Bessons und Wenks Ansatz von vielen anderen Kriegsfilmen übers US-Militär abhebt, ist der selbstironische, despektierliche und niemals patriotische Ton. Doch was auf dem Papier funktioniert, leidet arg unter seiner Umetzung.

"Renegades – Mission of Honor" ist mit J.K. Simmons und Ewen Bremner leider nur in den Nebenrollen erstklassig besetzt. Dass die meisten Pointen in ihren Szenen zünden, ist bezeichnend. Zwischen den Darstellern der fünf Soldaten sprüht lediglich ein Fünkchen. Immerhin entschädigen die fabelhaften Unterwasseraufnahmen für den äußerst zähen Start. Ließ die Action aufgrund schlechter Stunts und Digitaleffekte zu Beginn noch einen üblen Trashfilm befürchten, reißt Regisseur Steven Quale in der zweiten Hälfte das Ruder noch einmal herum. Das treibt seinen Film zwar nicht mehr in höchste Höhen, bewahrt ihn aber immerhin vor der Havarie.

Fazit: "Renegades - Mission of Honor" ist ein Kriegsabenteuer, das mit den Großen des Genres mithalten möchte, aber haarscharf am Trash vorbeischrammt. Die Geschichte um fünf Soldaten auf Schatzsuche ist solide erzählt, allerdings nur mittelmäßig gespielt und inszeniert. Ihr Humor und faszinierende Unterwasseraufnahmen bewahren sie vor dem vollständigen Untergehen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.