VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Zwei Freunde und ihr Dachs
Zwei Freunde und ihr Dachs
© Kinostar

Kritik: Zwei Freunde und ihr Dachs (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ein originelles, skurriles Männer-Duo steht im Zentrum dieses norwegischen Animationsfilms der Regisseure Rasmus A. Sivertsen und Rune Spaans. Knutsen und Ludwigson sind nicht nur beste Freunde, sie wohnen auch zusammen. Obwohl sie mit ihren Einschätzungen und Urteilen oft ein wenig danebenliegen und ziemlich schrullig wirken, sind sie meistens guter Dinge. Das merkt man schon daran, dass sie gerne singen und musizieren. Erfunden wurden die beiden Figuren schon 1970 vom norwegischen Gesangsduo Øystein Dolmen und Gustav Lorentzen, die unter diesen Namen bis 1996 auftraten. Ihre hauptsächlich an Kinder gerichteten Lieder wurden in Norwegen sehr populär.

So verwundert es nicht, dass Knutsen und Ludwigson auch in diesem Kinoabenteuer ein paar Lieder singen. Darin geht es nicht immer nur ums Fröhlichsein, vielmehr heißt es in einem der Songs "Ich weine, wann ich will". Knutsen und Ludwigson haben einen ausgeprägten Eigenwillen. Sie mögen zwar einfältig sein, aber beirren lassen sie sich deswegen nicht. Ihre Dialoge versorgen die Geschichte zuverlässig mit Humor, zum Beispiel wenn Ludwigson sagt, "Wir putzen unsere Zähne immer am Samstag, bevor wir unsere Süßigkeiten essen". Es gehört zum skurrilen Gesamteindruck des Films, dass der Dachs zwar klüger und vernünftiger als die beiden ist, aber nur selten spricht, obwohl er das kann. Amanda merkt schnell, dass sie sich mit Knutsen und Ludwigson ein paar neue Probleme aufgehalst hat, aber sobald die muntere Handlung ins Rollen kommt, entwickelt sie eine starke Eigendynamik.

Es geschieht sehr viel in dieser ideenreichen Geschichte, man könnte auch sagen, fast ein bisschen zu viel. Amanda und ihre Freunde stürzen von den Gleisen hinab auf eine Geisterbahn, die zwar geschlossen, aber nicht unbewohnt ist. Der Dachs wird entführt, er gerät in die Kanalisation, wo er zum König der Ratten gekrönt wird. Knutsen und Ludwigson streiten sich wild und versöhnen sich, treten als Straßenmusiker vor den merkwürdig uniformen Bewohnern der vom Diktator Rasputin beherrschten Stadt Bergen auf, fliegen sogar durchs Weltall. Die Freude am Detail durchzieht auch die Gestaltung. Mal ertönt überraschend eine Voice-Over-Erzählstimme, mal fallen Bäume ins Auge, die aus grünen Wollknäuel bestehen, in denen Stricknadeln stecken. Auch eine kleine Szene nach dem Abspann darf nicht fehlen. Insgesamt bietet dieser Kinderfilm mit seinem zuweilen etwas flapsigen Humor durchaus kurzweilige Unterhaltung.

Fazit: Der norwegische Kinder-Animationsfilm bietet mit seinen beiden schrulligen Antihelden Knutsen und Ludwigson, die zusammen mit ihrem Dachs in einen tückischen Kriminalfall verwickelt werden, kurzweilige Unterhaltung. Knutsen und Ludwigson sind dem gleichnamigen Gesangsduo nachempfunden, das in Norwegen in den 1970er Jahren große Beliebtheit erlangte. Die muntere Geschichte wirkt zuweilen etwas überfrachtet mit Ideen, sorgt aber aufgrund ihres Humors für gute Laune.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.