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Utøya 22. Juli (2018)

Utøya 22. juli

Norwegisches Thriller-Drama, dass das Massaker vom 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya in Echtzeit schildert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Am 22. Juli 2011 verübt der norwegische Rechtsextremist Anders Behring Breivik zwei Attentate in Norwegen. Zuerst zündet er im Osloer Regierungsviertel eine Bombe, die acht Menschen das Leben kostet. Dann fährt er auf die 40 Kilometer entfernte Fjordinsel Utøya, wo gerade das von der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei veranstaltete Ferienlager stattfindet. Dort feuert er mit seinen Schusswaffen 72 Minuten lang auf jeden, der ihm begegnet. Am Ende sind auf Utøya 69 Menschen tot, viele schwerverletzt und Hunderte traumatisiert.

Kurz nach 17 Uhr ist auf Utøya noch alles friedlich. Doch die Nachricht vom Anschlag in Oslo hat die Jugendlichen erreicht. Die 18-jährige Kaja (Andrea Berntzen) macht ihrer jüngeren Schwester Emilie (Elli Rhiannon Müller Osbourne), mit der sie sich ein Zelt teilt, Vorwürfe: Sie ist unordentlich und zeigt wenig Interesse an den Nachrichten aus Oslo. Emilie bleibt verärgert im Zelt zurück und Kaja rätselt draußen mit Petter (Brede Fristad), Issa (Sorosh Sadat), Magnus (Aleksander Holmen) und anderen, wer hinter dem Anschlag steckt.

Gerade meldet sich die Ferienstimmung zurück, als die ersten Schüsse zu hören sind. Jugendliche kommen in Panik angerannt, Kaja schließt sich mit anderen im Haupthaus ein. Nach einer Weile rennt Kaja mit einer kleinen Gruppe hinaus in den Wald. Alle kauern am Boden, flüstern, hören die Schüsse fallen. Kaja sorgt sich um Emilie und läuft plötzlich allein zurück zum Zeltplatz.

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Ut ya 22. JuliUt ya 22. Juli - Andrea BerntzenUt ya 22. Juli - Andrea BerntzenUt ya 22. Juli - Regisseur Erik PoppeUt ya 22. Juli - Andrea Berntzen


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Sieben Jahre ist es jetzt her, dass der Rechtsextremist Anders Behring Breivik auf der norwegischen Insel Utøya 69 Menschen tötete. Das Massaker, das er mit seinen Schusswaffen unter den über 500 Teilnehmern eines Sommercamps der sozialistischen Arbeiterpartei veranstaltete, dauerte 72 Minuten. Der Spielfilm des Regisseurs Erik Poppe vertieft sich in Echtzeit in das Geschehen, das aus der Perspektive der jungen Kaja und in einer einzigen Einstellung aufgerollt wird. Die Charaktere sind fiktiv, aber die Ereignisse basieren natürlich auf den Berichten der Überlebenden.

Die Todesangst, die Panik und die Verzweiflung, die auf der Insel um sich greifen, werden in ihren verschiedenen Phasen und Facetten auf der Kinoleinwand sichtbar. Die Jugendlichen kauern in völliger Stille im Haupthaus im Flur, später hinter Bäumen und Wurzeln im Wald oder in den Nischen der Steilküste. Niemand weiß, was los ist, wie viele Täter unterwegs sind. Petter glaubt noch an eine Übung, die Polizei ist erst nicht zu erreichen, kündigt dann aber ihr Kommen an. Kaja fühlt sich für die jüngere Schwester verantwortlich und verhält sich auch sonst altruistisch. Im Wald trifft sie auf eine Schwerverletzte, um die sie sich kümmert. Diese lange Szene des Sterbens gehört zu den aufwühlendsten des ohnehin grausam realistischen Films.

In dieser ewig langen Zeit, in der die Schüsse fast ohne Pause zu hören sind, verlieren viele Jugendliche fast den Verstand, greift die Zermürbung um sich. Anders als in Actionfilmen üblich, sieht man hier fast nie, wie Menschen getroffen werden – und der Täter selbst rückt nur einmal kurz in einiger Entfernung ins Bild. Die Verlorenheit Kajas und der anderen in diesem Kriegszustand ist fast mit Händen zu greifen. Das Versagen der Behörden teilt sich gleichzeitig erschreckend intensiv mit – die Jugendlichen verlässt allmählich die Hoffnung, dass die Polizei noch kommt.

Es ist das große Verdienst dieses erschütternden Films, dass er dem Massenmörder kein Gesicht, keine Konturen gibt, die zur Identifikation, zur Vermenschlichung oder zum Perspektivwechsel einladen könnten. Die Heldin des Films ist die hervorragend gespielte Kaja, die mit den Ereignissen über sich hinauswächst und die seelische Qual mit jeder Faser ihres Körpers spürt.

Fazit: Der erschütternde Spielfilm von Erik Poppe vertieft sich praktisch in Echtzeit in das Massaker, das am 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya stattfand. Die fiktionalisierte Version mit erfundenen Charakteren basiert auf den Schilderungen junger Teilnehmer des Sommercamps, die über eine Stunde lang um ihr Leben rannten und auf die Ankunft der Polizei warteten. Die Zuschauer werden hautnah und schonungslos in die Panik und Verzweiflung im Angesicht des Todes hineingezogen. Es beeindruckt, wie der Film den Opfern mit der heldenhaften Figur der 18-jährigen Kaja ein würdiges Denkmal setzt und dem Massenmörder fast durchgehend eine Gestalt verweigert.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollAngesichts eines so schrecklichen Geschehens wie des Anschlags auf der norwegischen Insel Utoya am 22. Juli 2011 muss man die Frage, ob darüber ein Spielfilm gemacht werden ?darf?, mit einem klaren Ja beantworten. Denn die Kunst kann es auch [...mehr]

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Zum Video: Ut ya 22. Juli

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Norwegen
Jahr: 2018
Genre: Thriller, Drama
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 20.09.2018
Regie: Erik Poppe
Darsteller: Andrea Berntzen als Kaja, Aleksander Holmen als Magnus, Brede Fristad als Petter
Verleih: Weltkino Filmverleih

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