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Silvana
Silvana
© Rise and Shine Films GmbH

Kritik: Silvana (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit dem dokumentarischen Werk "Silvana" legt das zwischen 1987 und 1988 geborene Trio Mika Gustafson, Olivia Kastebring und Christina Tsiobanelis nach diversen gemeinsamen Kurzfilmen und Musikvideos den ersten Langfilm vor. Mit der kollektiven Arbeit wollen sich die drei Frauen von der klassischen regiebasierten Hierarchie lösen, die in der Filmindustrie üblich ist. Zugleich wollen sie der mangelnden Repräsentation von lesbischer Liebe in (bewegten) Bildern entgegenwirken.

In der schwedischen Rap-Künstlerin Silvana Imam haben die Regisseurinnen eine äußerst faszinierende Protagonistin gefunden. Während Imam hierzulande noch ein Geheimtipp ist, ist ihr in Skandinavien bereits der Aufstieg zum Star gelungen. Imams queerfeministische Texte befassen sich mit Rassismus und Sexismus sowie mit der Notwendigkeit, diese mit ganzer Kraft zu bekämpfen; durch ihre Musik und ihr selbstbewusstes öffentliches Auftreten ist Imam zu einem Vorbild insbesondere für queere Mädchen und Frauen geworden. Gustafson, Kastebring und Tsiobanelis haben die Rapperin und Aktivistin über mehrere Jahre hinweg begleitet und fangen in "Silvana" nicht nur deren Bühnenauftritte ein, sondern filmen Imam auch hinter den Kulissen sowie in privaten Momenten, etwa mit ihrer Familie oder mit ihrer Kollegin Beatrice Eli, mit welcher sie im Laufe der dokumentarischen Beobachtung eine Liebesbeziehung eingeht. Auch auf Imams Krise, die ihrem Comeback vorausging, geht das Werk ein.

Das Regie-Trio, das sich bei den Ton- und Kameraaufnahmen abwechselte, kombiniert diese Einblicke unter anderem noch mit familiären Heimvideoaufzeichnungen, die Imam als Kind mit kurzen blonden Haaren zeigen. Der Film mutet fragmentarisch an, allerdings liegt in diesem Collagen-Charakter letztlich auch der besondere Reiz dieser Arbeit. "Silvana" ist kein konventioneller Dokumentarfilm – und ein solcher hätte einer Person wie Silvana Imam wohl kaum gerecht werden können. Die Regisseurinnen erzeugen mit ihrer assoziativen Vorgehensweise einen Sog, der die Begeisterung für die Rap-Künstlerin und deren Engagement effektiv vermittelt.

Fazit: Ein innovativer Dokumentarfilm über eine beeindruckende Musikerin und Aktivistin, die sich für Gleichberechtigung einsetzt und damit zu einer wichtigen Stimme in ihrem Land wurde.




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