VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Aus nächster Distanz
Aus nächster Distanz
© NFP marketing & distribution

Kritik: Aus nächster Distanz (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der 1954 in Jerusalem geborene Filmemacher Eran Riklis ("Die syrische Braut", "Lemon Tree", "Die Reise des Personalmanagers") hat sich schon auf vielerlei Weise mit den komplexen Problemen des Nahen Ostens befasst. Auch in seinem neuen Werk "Aus nächster Distanz" widmet er sich diesem politischen Thema – in einem Mix aus Spionagethriller und Psychodrama. Das Drehbuch, welches Riklis auf Basis der Kurzgeschichte "The Link" von Shulamith Hareven schrieb, erzählt vom Auftrag der israelischen Mossad-Agentin Naomi in Deutschland – und wird zum einen als Kammerspiel, zum anderen als Genrefilm mit Paranoia- und Action-Passagen umgesetzt.

Zentraler Schauplatz der Handlung ist eine vermeintlich sichere Wohnung in einem Hamburger Altbau. Dort soll Naomi zwei Wochen lang eine libanesische Informantin beschützen, ehe diese in Kanada untertauchen soll. In den Szenen im Innenraum sowie in unmittelbarer Umgebung der Wohnung gelingt es Riklis, mit einfachen Mitteln Spannung zu erzeugen: Ein klingelndes Telefon, ein möglicher Beobachter im gegenüberliegenden Gebäude, eine (zufällige?) Begegnung im Treppenhaus – all diese Dinge tragen zum Unbehagen der Protagonistin bei. Es geht um Ver- und Misstrauen, um Illoyalität und Rache, aber auch um die Annäherung zweier Frauen, die beide schwere Verluste erlitten haben und in der jeweils anderen eine Freundin finden.

Neta Riskin als Naomi und Golshifteh Farahani ("Paterson") als Informantin in Gefahr verkörpern ihre Rollen mit der erforderlichen Mischung aus professioneller Härte und persönlicher Verletzung. Beide Figuren haben sich aus Überzeugung für ihre Wege entschieden – und hadern doch mit den Opfern, die sie dafür bringen mussten. Nicht immer vermögen die Dialoge des Skripts gänzlich zu funktionieren; die Verbindung, die sich zwischen den beiden Frauen entwickelt, wird von Riskin und Farahani indes glaubhaft vermittelt.

Fazit: Eine spannungsreiche Kombination aus Drama und Thriller, die sowohl die Ängste als auch die entstehende Freundschaft der beiden Hauptfiguren dank der Schauspielerinnen Neta Riskin und Golshifteh Farahani überzeugend schildert.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.