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The Child in time
The Child in time
© Studiocanal

Kritik: Ein Kind zur Zeit - The Child in Time (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Film basiert auf dem gleichnamigen, 1987 erschienenen Roman des britischen Schriftstellers Ian McEwan. Weltweite Bekanntheit erlangte er mit seinem Buch "Abbitte" (2001), der von vielen Kritikern heute als einer der wichtigsten Romane der letzten Jahrzehnte angesehen wird. 2007 entstand eine erfolgreiche Adaption fürs Kino. "The Child in Time" ist die zehnte Verfilmung, die auf einer von McEwans (Kurz-) Geschichten basiert. Gedreht wurde der Film im Frühjahr 2017 in London. Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch ist bekannt dafür, zwischen seinen Auftritten in Blockbustern und anspruchsvolleren Kinofilmen immer wieder auch in TV-Serien und -Filmen mitzuwirken. So war er z.B. 2016 in den Fernsehproduktionen "Henry VI" sowie "Richard III" zu sehen.

"The Child in Time" ist voll und ganz auf seinen einnehmend und intensiv agierenden Hauptdarsteller Cumberbatch zugeschnitten. Dem britischen Charaktermimen gelingt es eindrucksvoll, den mit dem Verlust der Tochter einhergehenden Schmerz für den Zuschauer greifbar zu machen und ihn damit ebenso emotional zu treffen. Besonders eindringlich gelingt Cumberbatch dies in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten des Films, die ausschließlich im Supermarkt angesiedelt sind – und den Zuschauer das ganze Drama hautnah miterleben lassen. Nach dem Verschwinden der Tochter verwendet Stephen die folgenden Jahre, um sich aufopferungs- und hingebungsvoll der Suche der Tochter zu widmen. Als Betrachter leidet, bangt und hofft man mit ihm, das mysteriöse Verschwinden aufzulösen. Auch wenn "The Child in Time" letztlich etwas wenig von den genauen Methoden und Versuchen zeigt – abgesehen von den Vermisstenanzeigen bzw. Suchhinweisen auf Plakaten und Postern.

Schade ist, dass einem Stephens Frau als Charakter weitestgehend fremd bleibt und man einige ihrer Verhaltensweisen und Ansichten nicht immer nachempfinden kann. Zudem entscheidet sie sich recht früh für ein Einsiedler-Dasein in der Abgeschiedenheit und spielt im weiteren Verlauf des Films nur noch eine wenig bedeutende Rolle. Etwas konfus und verwirrend wird es, als Stephens Verleger Charles auf den Plan tritt, zumal sich der Film in der Folge sehr ausgiebig ihm und seinem Leben widmet. Dabei fehlen schlicht die Berührungspunkte zur eigentlichen Story und Thematik des Films (Umgang mit Verlust und Trauer). Und sonderlich viel gemeinsam hat Charles mit Hauptfigur Stephen auch nicht – abgesehen von der Tatsache, dass beide im Vorstand einer Kinderschutz-Organisation sitzen.

Fazit: Eine herausragende Hauptdarstellerleistung steht fragwürdigen Drehbuch-Entscheidungen und einem wenig plausiblen Subplot gegenüber.




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