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Die Rückkehr des Helden
Die Rückkehr des Helden
© Studiocanal

Kritik: Die Rückkehr des Helden (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Die Rückkehr des Helden" ist nicht der erste Film, den Hauptdarsteller Jean Dujardin und Regisseur Laurent Tirard gemeinsam realisierten. Die Beiden arbeiteten bereits bei Tirards letzter Produktion, "Mein ziemlich kleiner Freund", zusammen. "Die Rückkehr des Helden" ist der bislang dritte Film des 50-jährigen Regisseurs und Drehbuchautors. Hauptdarsteller Dujardin erlangte 2011 internationale Bekanntheit durch seine Rolle in der Oscar-prämierten, in Schwarz-Weiß gedrehten Stummfilm-Hommage "The Artist". Neben der Schauspielerei ist Dujardin auch als Sänger erfolgreich.

"Die Rückkehr des Helden" schafft es durchaus, das "Duell" zwischen dem charismatischen Hochstapler und der wahrheitsliebenden Adelstochter als amüsante, kurzweilige Posse anzulegen. Einen großen Reiz bezieht der Film dabei aus der Unterschiedlichkeit seiner beiden Hauptfiguren. Er, der gewiefte Tunichtgut und Lügenbaron, der sich selbst als tapferen und nimmermüden Kriegshelden darstellt und es sichtlich genießt, wie ihm die Menschen nach seiner Rückkehr an den Lippen kleben. Sie, die konservative, biedere Madame aus reichem Hause, die alles dafür tut, um den Lügner zu entlarven.

Hieraus ergeben sich einige spannende Situationen und immer wieder heitere Momente, gerade auch weil sich Elisabeth insgeheim dem Charme des Möchtegern-Kriegshelden freilich auch nicht erwehren kann. Und allein die Lügengeschichten, die Neuville herrlich großspurig, mit hohem Einfallsreichtum und allerlei Körpereinsatz vorträgt, sind immer wieder für Lacher gut. Dujardin und Merlant passen zu ihren Figuren wie die Faust aufs Auge und sie statten ihre so divergierenden Charaktere mit einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit aus. Darüber hinaus agieren sie mit Spielfreude und leidenschaftlicher Hingabe für ihre Rollen, weshalb beim Betrachter Sympathien und Mitgefühl für die Figuren entstehen – sogar für Neuville.

Zwar ist die Geschichte an sich wenig glaubwürdig und verläuft dramaturgisch sowie inhaltlich ohne größere Überraschungen, doch dafür entschädigen neben der erwähnten, stimmigen Chemie zwischen den Hauptdarstellern nicht zuletzt auch die authentischen Kulissen und die prächtigen Kostüme.

Fazit: Eine zwar wenig glaubwürdige, dafür aber angenehm selbstironische, bissige und überragend gespielte Komödie über Schein und Sein und das Vorgeben falscher Tatsachen.




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