VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
A Happening of Monumental Proportions
A Happening of Monumental Proportions
© Great Point Media

Kritik: Career Day mit Hindernissen (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die amerikanische Schauspielerin Judy Greer ("Ant-Man and the Wasp", TV-Serie "Arrested Development") gibt mit dieser episodisch angelegten Komödie ihr Regiedebüt. Der flotte Reigen von schulischen, familiären oder beruflichen Krisen, welche die Charaktere durchlaufen, findet an einem einzigen Tag in Los Angeles statt. Zwei Zwölfjährige gehen mit unterschiedlichen Erwartungen in die Schule, ein Vater erlebt am Arbeitsplatz eine böse Überraschung, ein unzufriedener Lehrer will mit dem Leben abschließen. Die Direktorin ist derweil mit einem Toten beschäftigt, den niemand abholen will. Als die Eltern der Zwölfjährigen dann zum "Career Day" kommen, um vor der Klasse über ihre Arbeit zu sprechen, eskalieren die Probleme.
Dabei wirken die Erwachsenen selbst wie Kinder, die sich nicht im Griff haben.

Im Grunde behandelt der Film, in dem sich die einzelnen Geschichten parallel entwickeln und dann begegnen, ja traurige und ernste Themen, wie einst "Magnolia" von Paul Thomas Anderson. Der Schüler Darius ist schrecklich einsam, auch der Musiklehrer hat niemanden, selbst im scheinbar geordneten Leben der Schülerin Patricia und ihres Vaters spielen Trauer und Verlust eine Rolle, seit die Mutter starb. Aber all diese Episoden werden mit Humor und gelegentlich auch Biss erzählt, so dass der Ton ausgesprochen unterhaltsam bleibt. Die Dramaturgie ähnelt einer Comedy mit einzelnen Sketchen, denen die Dialoge und die Situationskomik Pointen liefern. Der Running Gag mit dem Leichnam im Lehrerzimmer, der vor dem restlichen Personal und den Schülern verborgen bleiben soll, sorgt immer wieder für absurde, heitere Momente. Und mit der Art und Weise, wie Daniel und die anderen Angestellten im Verlag von Mr. Schneedy behandelt werden, nimmt der Film satirisch treffend einen Umgangston auf die Schippe, den wohl so manche Berufstätige aus dem eigenen Alltag kennen.

Die kurzweilige Komödie bietet eine ganze Reihe namhafter Darsteller auf, wie Jennifer Garner, Allison Janney, John Cho – er spielt einen Lehrer -, Keanu Reeves. Letzterer dreht in seiner Mini-Rolle gut aufgelegt gar zu komödiantischer Hochform auf. Das Ergebnis ist einfach nur gelungenes Filmvergnügen, ohne tiefere Botschaft oder Aussage. Unterhaltung muss ja nicht immer tiefgründig sein, es reicht manchmal schon, dass sie nicht hohl oder schlecht gemacht wirkt.

Fazit: Die Komödie, mit der die amerikanische Schauspielerin Judy Greer ihr Regiedebüt gibt, überzeugt als unterhaltsamer, episodisch angelegter Film. Die Wege der Charaktere kreuzen sich, weil sie über eine Schule in Los Angeles miteinander verbunden sind. Ausgerechnet am Tag, als die Eltern in der Klasse der Zwölfjährigen über ihre Arbeit sprechen sollen, fallen einige Erwachsene aus ihren Rollen und offenbaren ihre kindliche Ader. Trotz seiner ernsten Themen schlägt der Film eine vergnüglich-unbeschwerte Richtung ein, die auch den Darstellern sichtlich Spaß macht.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.