VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Matangi/Maya/M.I.A.
Matangi/Maya/M.I.A.
© Rapid Eye Movies

Kritik: MATANGI/MAYA/M.I.A. (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit dem dokumentarischen Porträt "Matangi/Maya/M.I.A." legt Steve Loveridge sein Langfilmdebüt vor. Er gibt darin Einblick in das Leben der Künstlerin und Aktivistin Mathangi "Maya" Arulpragasam alias M.I.A., mit der er einst zusammen in London studierte. Arulpragasam stellte ihm hierfür mehr als 700 Stunden an selbst aufgenommenem Videomaterial zur Verfügung – aus ihrer Kindheit und Jugend sowie aus ihren Anfängen im Musikgeschäft. Das Ergebnis ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm über den Werdegang eines Pop-Stars – sondern ein energisch montierter, chronologisch aufgebrochener Mix aus Eindrücken, in welchem Arulpragasams Einsatz für die tamilische Bevölkerung in Sri Lanka sowie die Reaktionen darauf im Vordergrund stehen.

Arulpragasam, die nach ihrer Geburt in London in Sri Lanka aufwuchs, ehe sie im Kindesalter mit Mutter und Schwester wieder nach Großbritannien fliehen musste, setzt sich in ihrer Musik mit ihren Erfahrungen als Immigrantin sowie mit den politischen Zuständen in Sri Lanka auseinander. Der Film macht deutlich, dass sie lange Zeit nach Wegen suchen musste, um sich künstlerisch auszudrücken – und dass sie seit ihrem internationalen Durchbruch immer wieder von den Medien für ihre politische Haltung und ihre Methoden attackiert wird. So führte etwa das Video zu ihrer Single "Born Free", in welchem sie die Willkür und Brutalität militärischer Verfolgung mit drastischen Mitteln demonstriert, zu einer Sperrung auf YouTube. Während ihr Vorgehen einerseits skandalisiert wird, werden ihre Aussagen über Diskriminierung und Gewalt in Sri Lanka andererseits verspottet, da sie selbst inzwischen Wohlstand erreicht hat und somit ein privilegiertes Dasein führt.

"Matangi/Maya/M.I.A." erzeugt die nötige Nähe zur Protagonistin. Auch wenn er sich dem Super-Bowl-Auftritt von M.I.A. (als Support für Madonna) im Jahre 2012 widmet, der für Aufsehen sorgte, da die Sängerin den Mittelfinger in die Kamera streckte, ist Loveridges Film stets mehr als nur ein unterhaltsames Promi-Porträt. Er zeigt, dass Arulpragasam eine eigensinnige, kämpferische Person mit Talent und Verve ist und liefert ein facettenreiches Bild.

Fazit: Ein dynamisch zusammengefügter Dokumentarfilm über eine willensstarke Künstlerin, der einen spannungsreichen Blick hinter die Kulissen wirft.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.