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FBW-Bewertung: Mein Lotta-Leben - Alles Bingo mit Flamingo! (2018)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: 15 Buchbände sind über Lottas Geschichten auf dem Markt und die Leserschaft ? vor allem Mädchen ? geht in die Millionen. Eine erstmalige Verfilmung baut bei den Lotta-Fans eine nicht unerhebliche Erwartungshaltung auf. Und so ist es mit Sicherheit auch eine gute Entscheidung der Produktion, nicht dieVerfilmung eines bestimmten Lotta-Bandes anzugehen. Die Drehbuchautorin Bettina Börgerding schuf eine neue eigenständige Story für den Film, aber auch mit der festen Überzeugung, alle aus den Büchern neben Lotta bekannten Charaktere berücksichtigen zu müssen. Dass bei der Bekanntheit dieserCharaktere eine stringente Charakterzeichnung bei allen Protagonisten ? z.Bsp. bei den Eltern, der Lehrerin oder weiteren erwachsenen Figuren nicht zwingend war, ist verständlich. Bei Lotta, ihrer Freundin Cheyenne und dem erfinderischen Paul ? der sogenannten Kaninchenbande - sieht man dagegen die dramaturgisch notwendige Sorgfalt in der Figurenzeichnung bestens. Diese Rollen sind gut besetzt und die drei jungen Darsteller spielen ihre Parts auf erfrischende Weise. Dass die Erwachsenen und auch die Mitschülerinnen und Mitschüler gewissen Klischees entsprechen, ist zu verschmerzen.
Im Mittelpunkt von Lottas Leben stehen die Freundschaft zu Cheyenne, ihr Kleinkrieg mit den Zwillingsbrüdern, und ihr Alltag in der Schule. Lotta und ihre Freunde gehören nicht zu der angesagten Clique der ?Glamour-Girls?, was ihr aber eigentlich gar nicht so viel ausmacht. Aber Als Berenike, die selbsternannte Prinzessin der Schulklasse, zur großen Geburtstagsparty einlädt und ausgerechnetLotta und Cheyenne nicht berücksichtigt, schmieden die beiden große Pläne, doch noch dabei sein zu können. Neben dieser zentralen Geschichte im Film bieten sich den jungen Zuschauern verschiedene Botschaften und Möglichkeiten zur Identifikation: Denn Streit unter Freundinnen gibt es immer mal wieder. Zur Versöhnung sollte man aber immer bereit sein. Außerdem zeigt der Film: Allein alles zu bewältigen ist ein hohes Ziel. In der Gemeinschaft von Freunden fällt vieles viel leichter.
Lotta erzählt ihre Geschichte und ihre Sicht auf die Welt und kommentiert ihr Leben in Familie und Schule. Das macht sie pointiert und voller Charme und kann so für viele gleichaltrige Mädchen zur emotionalen Identifikation werden. Dabei gibt sie auch schöne Einblicke in das manchmal etwas chaotische Leben ihrer Familie. Wie in den Büchern werden ihre Erzählungen durch Bilder, Symbole, Namen und auch kurze Charakterisierungen von Personen bereichert. Diese werden gekonnt in das filmische Geschehen einmontiert. Insgesamt ein Film, der die entsprechende Zielgruppe im Kino bestens erreichen wird.



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