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Kritik: The Big Jump (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der österreichische Dokumentarfilm von Ernst Kaufmann vertieft sich auf zweierlei Weise in die faszinierende Welt des Skispringens. Er bietet einzigartige Sport-Aufnahmen in 3D, die zum Teil während der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf im Januar 2018 entstanden. Im Gespräch mit Weltklasse-Skispringern, Trainern und anderen Beteiligten werden so verschiedene Aspekte wie der Reiz, das Risiko, die bisherige und weitere Entwicklung dieses Sports beleuchtet. Am Konzept und als sportlicher Berater war der frühere Cheftrainer des Österreichischen Skiverbandes, Alexander Pointner, beteiligt. Das Expertenwissen ist dem Film anzumerken, der sich stark am Erleben der Sportler selbst orientiert, aber auch Einblicke in Organisation und Ablauf einer Weltmeisterschaft gibt.

Die meisten der befragten Sportler sind sich einig: Skispringen ist so faszinierend, weil es den uralten menschlichen Traum des Fliegens verwirklicht. Die großen Anlagen, die Sprünge von bis zu rund 250 Meter Länge ermöglichen, heißen folgerichtig auch Skiflugschanzen und der darauf praktizierte Sport selbst nennt sich Skifliegen. Die Nervosität zu überwinden und sich voll auf den Start an der Schanze und auf den Absprung zu konzentrieren, ist für die Sportler eine permanente Herausforderung, wie sie erzählen. Sie fahren mit rund 100 Stundenkilometern bergab und erreichen bei der Landung eine noch höhere Geschwindigkeit. Der Adrenalinausstoß kann bei der Landung so hoch sein wie bei Todesgefahr. In den Stunden danach sind die Sportler damit beschäftigt, wieder allmählich zur Ruhe zu kommen.

Sehr spannend sind auch die Aussagen über die Grenzen der Perfektion in diesem Sport. Alle Selbstkontrolle nützt nichts, wenn beispielsweise beim Fliegen der Wind zum unberechenbaren Gegner wird. Der Österreicher Thomas Diethart beendete nach einem schweren Sturz seine Karriere, weil er, wie er im Film sagt, nie wieder die Situation erleben wollte, in der Luft fliegend nur hilflos auf den Moment des schmerzhaften Aufpralls zu warten.

Beeindruckend sind die Aufnahmen in 3D, für die auch zwei Stunt-Springer in Aktion traten. Als Zuschauer nimmt man zum Teil die Perspektive des Skifliegers ein, bevor dann wieder der Sportler selbst ins Bild kommt und man mitfiebert, ob er die Ski im Flug stabil hält und die Landung glückt.

Fazit: Der österreichische Dokumentarfilm taucht mit faszinierenden 3D-Aufnahmen in die Welt des Skifliegens ein. Mehrere Spitzensportler stehen Rede und Antwort über ihre Motivation, die besonderen Herausforderungen dieser Sportart und wie sie mit der Gefahr umgehen. Regisseur Ernst Kaufmann und sein sportlicher Berater Alexander Pointner fragen auch nach der Zukunft dieser Sportart und lassen in den informativen Film Beobachtungen während der Weltmeisterschaft 2018 in Oberstdorf einfließen.




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