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Die Wiese - Ein Paradies nebenan
Die Wiese - Ein Paradies nebenan
© polyband

Kritik: Die Wiese - Ein Paradies nebenan (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der vielfach ausgezeichnete Tier- und Naturfilmer Haft wurde mit Filmen wie
"Das Grüne Wunder – Unser Wald" oder "Magie der Moore" international bekannt. Seit einigen Jahren führen den Münchener unterschiedlichste Projekte auch rund um die Welt. So befasste sich der studierte Geologe und Biologe in jüngeren Produktionen unter anderem mit der Natur der skandinavischen Länder. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Filmen und Dokus über Haft selbst. Darunter die 2017er-Produktion "Der auf die Tiere wartet" oder "Passion for Planet" aus demselben Jahr.


Hochauflösende, gestochen scharfe Bilder sowie beeindruckende Zeitlupen-, Zeitraffer- und Makroaufnahmen sorgen dafür, dass der Zuschauer die Wiese so intensiv kennenlernt und ihr so nahe kommt wie nie zuvor. So kommt der Betrachter in "Kontakt" mit einer Fülle an unterschiedlichsten Lebewesen, denen Haft aus dem "Schattendasein" der dicht bewachsenen Graslandschaften verhilft. Viele von ihnen dürften nur dem kundigen Natur-Interessierten etwas sagen. Wir sehen unter anderem die Binsenschmuckzikade, die Dornzikade, Maiwürmer, Kurzfühlerschrecken, Feldgrillen oder auch Krabbenspinnen in ihrem Lebensraum.

Doch Haft filmt die Wiesenbewohner nicht einfach nur stumpf ab. Er zeigt sie in ihrem "tierischen Alltag" und in Situationen, die dem geneigten (menschlichen) Wiesenbesucher und Spaziergänger in aller Regel verborgen bleiben. Etwa beim Balz- und Paarungsverhalten, auf der Suche nach Nahrung und im Zusammenspiel mit den umgebenden Pflanzen. Apropos Pflanzen. Eine der Kernaussagen des Films steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den unbeweglichen, aber so wichtigen Lebewesen: wie ausgeklügelt dieses perfekt aufeinander abgestimmte System doch funktioniert und in welchem Abhängigkeitsverhältnis Tiere und Pflanzen zueinander stehen.

Und Haft wäre nicht Haft, würde er darüber hinaus nicht auch die größten Bedrohungen und Gefahren für die grünen Wunderwelten aufzeigen. Die immer weiter voranschreitende Umwandlung der Wiesen in Ackerland etwa. Auf den land-wirtschaftlich nutzbaren Flächen werden (unsere) Lebensmittel angebaut, genauso wie Tierfutter und Energiepflanzen, allen voran Mais für die Biogasanlagen. Angenehm ist, dass Haft bei der Informationsvermittlung an dieser Stelle ohne erhobenen Zeigefinger vorgeht und auf eine vereinnahmende oder moralisierende Attitüde verzichtet.

Fazit: Jan Hafts neue Natur-Doku zeigt die (Arten-) Vielfalt unserer Grünflächen auf nie gesehene Weise und verweist – ohne moralischen Zeigefinger oder überzogene Ermahnung – auf die größten Gefahren für die heimischen Biotope.




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