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Paranza - Clan der Kinder
Paranza - Clan der Kinder
© Prokino

Kritik: Paranza - Clan der Kinder (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Paranza – Der Clan der Kinder" setzt der Filmemacher Claudio Giovannesi den 2016 in Italien und 2018 in Deutschland erschienenen Roman "Der Clan der Kinder" von Roberto Saviano in Szene. Gemeinsam mit dem Schriftsteller und Journalisten, der durch seine Mafia-Studie "Gomorrha" (2006) international berühmt wurde, sowie mit Maurizio Braucci hat Giovannesi das Drehbuch verfasst und schildert darin, wie eine Jugendgang zum Teil des organisierten Verbrechens im neapolitanischen Viertel Sanità wird. Das bittere Coming-of-Age-Krimidrama feierte auf der Berlinale 2019 ihre Weltpremiere.

Wie bereits die literarische Vorlage macht der Film deutlich, wie schnell jugendlicher Leichtsinn in Kombination mit Perspektivlosigkeit in kriminelles Verhalten münden kann. Korruption und Gewalt gehören so selbstverständlich zum Alltag des 15-jährigen Protagonisten Nicola und dessen Freunden, dass kaum Hemmungen vorhanden sind, selbst zur Waffe zu greifen und zu töten. Überdies werden die Verlockungen in Form von Markenkleidung, Clubbesuchen und Respekt auf der Straße glaubhaft eingefangen. Nicola und seine Clique wollen ein besseres Leben – und bemerken zu spät, welche Konsequenzen und Gefahren damit verbunden sind.

Die Bilder, die Giovannesi und sein Kameramann Daniele Ciprì finden, um den Schauplatz zu charakterisieren, etwa wenn Nicola mit seiner Truppe auf Mopeds durch sein Revier kurvt, sind einnehmend. Dennoch bleibt – auch durch das Spiel des Ensembles – eine gewisse Distanz. "Paranza – Der Clan der Kinder" dringt nicht ins Innere der Figuren; er zeigt indes auf nachvollziehbare Weise die äußeren Bedingungen, die zu einer Kette der Gewalt führen.

Fazit: Eine harte und (er)kenntnisreiche Betrachtung der mafiösen Strukturen in Neapel und dem Erwachsenwerden in einem brutalen, rücksichtslosen Umfeld.




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