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Mascha und der Bär - Die neuen Abenteuer
Mascha und der Bär - Die neuen Abenteuer
© AF Media

Kritik: Mascha und der Bär - Die neuen Abenteuer (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Mascha und der Bär" gehört zu den erfolgreichsten animierten Youtube-Serien aller Zeiten. Auf der Videoplattform hat der deutschsprachige Kanal 550 000, der englischsprachige über vier Millionen, der russische sogar weit mehr als 15 Millionen Abonnenten. Gerade in dem osteuropäischen Land genießen Maschas Abenteuer und turbulente Geschichten, die inhaltlich an die früheren sowjetischen Kinderfilme angelehnt sind, Kultstatus. Im Westen wird die Serie, die ab 2009 auch auf dem Kindersender KIKA lief, kritisch gesehen. Experten werfen ihr unterschwellige Propaganda und Einflussnahme vor, die weibliche Hauptfigur soll sogar an den russischen Präsidenten Putin angelehnt sein.

Aller (durchaus nicht unberechtigter) Kritik zum Trotz, muss man den Machern des ersten Kinoabenteuers von Mascha und ihrem väterlichen Bärenfreund eines zugutehalten: Mit "Mascha und der Bär" gelingt ihnen ein unkonventionelles, flottes Animationsabenteuer abseits der Norm. Denn anders als ein Großteil der auf ein ganz junges Publikum ausgerichteten Animationswerke der großen Studios, wirkt "Mascha und Bär" eben nicht (Effekte-)überladen. Der dialogarme Film setzt somit entschieden weniger auf optische Pracht und CGI, stattdessen verlässt er sich auf seine außergewöhnlichen Charaktere.

Mascha ist ein aufgewecktes, ruheloses Mädchen, emanzipiert und selbstbewusst, das die Waldtiere ordentlich auf Trab hält. Eine solche (weibliche) Animationsfigur gab es auf deutschen Leinwänden zuletzt mit Merida im gleichnamigen Film von 2012. Aber es gibt eine Kehrseite: Anders als die schottische Prinzessin eckt Mascha nämlich durchaus an, benimmt sich – mal mehr, mal weniger – wie eine freche Göre und missachtet schon mal die geltenden Regeln des Waldes. An dieser Stelle wird die größte Stärke dieser, mit knuffigen Ideen (eine der besten: das Mini-Eishockeyturnier) garnierten Produktion, nämlich die ungewöhnliche und vor Selbstsicherheit strotzende Protagonistin, zum Problem.

Denn die jungen Zuschauer (der Film eignet sich für Kinder bis maximal sieben Jahren) mögen zwar ihre Freude an den Scherzen und Späßen von Mascha haben. Doch sind sie eben noch nicht in der Lage die Folgen unüberlegten Handelns ausreichend zu reflektieren. Und: zwischen harmlosen Witzen und Possen, die Mascha und ihre Freunde in Gefahr bringen, zu unterscheiden.

Fazit: Der mit tollen kreativen Einfällen bestückte russische Animationsfilm über die neugierige, selbstbewusste Mascha hat durchaus seine Momente. Allerdings eignet sich die Hauptfigur aufgrund ihres unbedarften Handelns nur bedingt als Identifikationsfigur für Zuschauer im Kindergartenalter.




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