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Kritik: Anker der Liebe (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In seinem Langfilmdebüt "10.000 Km" (2014) setzte der 1983 in Barcelona geborene Regisseur Carlos Marques-Marcet das Schauspiel-Duo Natalia Tena und David Verdaguer als Paar in Szene. Für seine neue Kino-Arbeit "Anker der Liebe" castete er die beiden erneut; diesmal spielt Verdaguer jedoch den besten Freund der von Tena verkörperten Figur, deren Liebesbeziehung mit einer Frau im Zentrum des Plots steht: Kat und Eva sind zwei freigeistige Lebenskünstlerinnen, die zusammen auf einem alten Hausboot wohnen und durch die Kanäle Londons schippern. Als Kats Kumpel Roger aus Katalonien hinzustößt, entsteht der Plan, durch eine Samenspende ein Kind zu zeugen, welches Eva sich schon so lange wünscht.

Die große Stärke von "Anker der Liebe" liegt im harmonischen Zusammenspiel des Trios. Zwischen Oona Chaplin ("Game of Thrones", "Kein Ort ohne Dich") und Natalia Tena (bekannt als Nymphadora Tonks aus den "Harry Potter"-Verfilmungen) stimmt die Paar-Chemie – und David Verdaguer ("Fridas Sommer") fügt sich perfekt ein. Das Schauspiel wirkt improvisiert; die Dialoge und Gesten haben etwas sehr Authentisches. Viele Sequenzen finden auf engstem Raum im Hausboot der zwei Frauen statt – und dabei gelingt es Marques-Marcet und seiner Kamerafrau Dagmar Weaver-Madsen, die Figuren immer wieder originell zu arrangieren und somit schöne Bilder zu erzeugen. Auch die schäbig-schicke Ausstattung des Bootes und die Art und Weise, wie die englische Kanallandschaft eingefangen wird, haben etwas Reizvolles. Der Verlauf der Handlung bietet keine riesigen Überraschungen; dennoch macht es durchweg Spaß, dem Geschehen zu folgen.

In einem Nebenpart als Evas hippie-eske Mutter hat Geraldine Chaplin ("Doktor Schiwago", "Das Waisenhaus"), die auch im wirklichen Leben die Mutter von Oona Chaplin ist, zwei wunderbare Auftritte, die dem Werk zusätzlichen Witz und zusätzliche Tiefe verleihen.

Fazit: Eine rundum sympathische, stilvoll gefilmte Geschichte um moderne Beziehungskonflikte mit einem äußerst einnehmenden Trio.




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