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Magie der Wildpferde
Magie der Wildpferde
© barnsteiner-film © Catamaranfilms

Kritik: Magie der Wildpferde (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Alles Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Warum das so ist, versucht die Kölner Filmproduktionsfirma Catamaranfilms, deren Fokus auf den Vierbeinern liegt, bereits in einem zweiten Film zu ergründen. Regisseurin Caro Lobig erweitert ihren Fokus und nimmt nach "Aus Liebe zum Mustang” (2017) nun auch andere Wildpferde in den Blick. Deren Geschichte und Geschichten erzählt sie in vier verschiedenen Episoden auch immer über die Menschen an der Seite der Pferde.

Nur zwei der vier Episoden haben direkt miteinander zu tun. Die übrigen zwei hält lediglich das übergeordnete, titelgebende Thema der Wildpferde zusammen. Dieses lose Konzept überzeugt nicht vollends, wie auch die Gewichtung der einzelnen Pferdegeschichten etwas unausgeglichen daherkommt. Hier hätte die Regisseurin als verbindendes erzählerisches Glied fungieren können. Doch Lobigs Entscheidung, wann sie vor die Kamera tritt und das Gezeigte mehr oder weniger kritisch kommentiert und wann nicht, bleibt unentschlossen.

Diese Unausgewogenheit, Unentschlossenheit und der allzu positiv, unkritische Blick sind die größten Mankos einer schön eingefangenen Tierdoku. Die Panoramaaufnahmen der Landschaften und Pferde sind atemberaubend, besonders in den Weiten Oregons. Zur positiven Grundstimmung klimpert das Klavier einen Tick zu penetrant. "Der Film soll aufwecken und die Pferde-Community enger zusammenschweißen", sagt Lobig in einem Regiestatement. Ihrem Film geht es letztlich auch darum, "Pferdemenschen" auf die Situation der Wildpferde aufmerksam zu machen und im Idealfall für den Kauf eines Wildpferds zu begeistern. Das ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Der Enthusiasmus der porträtierten Pferdeliebhaberinnen und Pferdeliebhaber ist ansteckend. Die bereits im Filmtitel erwähnte Magie, von der alle Beteiligten sprechen, die aber keiner richtig in Worte fassen kann, erschließt sich dem unbeteiligten Kinopublikum indes nicht. Lobigs Dokumentarfilm ist vornehmlich etwas für Pferdenarren.

Fazit: "Magie der Wildpferde" ist ein wunderschön gefilmter Dokumentarfilm, der auf die Lage der Wildpferde aufmerksam macht, sich in seiner wohlwollenden, unkritischen Art aber vornehmlich an ein pferdebegeistertes Publikum richtet.




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