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Kritik: Die Einzelteile der Liebe (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem eindrücklichen Langfilmdebüt "Die Einzelteile der Liebe" befasst sich die 1978 in Wuppertal geborene Drehbuchautorin und Regisseurin Miriam Bliese mit den Stationen einer sechsjährigen Beziehung. Die präzise Beobachtung beginnt mit den Worten "Ich hasse dich!", ehe in Rückblenden die Entstehung, der Verlauf und das allmähliche Verschwinden der Liebe zwischen dem jungen Berliner Paar Sophie und Georg geschildert wird.

Bliese siedelt ihr Werk hauptsächlich vor dem Hochhaus und in der Mietwohnung der Hauptfiguren an und entdeckt gemeinsam mit ihrem hervorragenden Schauspiel-Duo Birte Schnöink ("Amour fou") und Ole Lagerpusch in alltäglichen Situationen, kleinen Gesten und vermeintlich nebensächlichen Aussagen ganz essenzielle Punkte, aus denen sich das titelgebende Gefühl zusammensetzt. Subtil wird vermittelt, weshalb sich Sophie und Georg zueinander hingezogen fühlen, was sie einander geben können und wie es ihnen zunächst gelingt, auch in schwierigen Momenten zur Harmonie zurückzufinden. Und ebenso gekonnt demonstrieren Bliese, Schnöink und Lagerpusch, wie sich Frustration und passiv-aggressiv zum Ausdruck gebrachte Vorwürfe in das Leben der Kleinfamilie einschleichen.

Dabei sind beide Figuren – und schließlich auch Sophies neuer Freund Fred als Dritter im Bunde – erfreulich differenziert gezeichnet; niemandem wird die alleinige Schuld am Scheitern der Beziehung zugeschrieben. Der Film arbeitet überdies sehr schön mit Musikstücken, die in die Handlung integriert werden und diese (durchaus humorvoll) kommentieren. Die Kamera von Markus Koob fängt das Geschehen in treffenden Bildern ein.

Fazit: Ein genauer und kluger Blick auf Beziehungsdynamiken, prägnant geschrieben und wunderbar gespielt.




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