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Thinking like a Mountain
Thinking like a Mountain
© dejavu filmverleih

Kritik: Thinking like a Mountain (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach dem Ende seines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste im Jahr 2011 studierte Alexander Hick, der unter anderem bereits mit dem Kunstförderpreis Bayerns prämiert wurde, bis 2018 Dokumentarfilm an der HFF München. "Thinking like a mountain" ist sein Abschlussfilm. Er realisierte die Doku gemeinsam mit seinem Bruder Immanuel Hick, einem Kameramann.

Mit einer langsamen, fast getragenen Erzählweise und poetischen Anmutung, die sich etwa in der atmosphärischen Instrumentalmusik manifestiert, widmet sich Hick diesem isoliert gelegenen, beeindruckenden Lebensraum und seiner Bewohner. Dem Zuschauer bringt er die atemberaubende Natur der Gebirgskette – die schroffen Felshänge, dichten Wälder und die karibische Küste – immer wieder in Form langer Einstellungen näher. In den behutsam geführten, intensiven Gesprächen mit den indigenen Bewohnern geht es sehr oft um die Schönheit und Anmut der Natur. Und um deren Bewahrung.

Der Schutz und Erhalt des heiligen Gebirges sowie ihres Landes sei ihre wichtigste Aufgabe und Pflicht, meint einer der Dorfbewohner. Dazu zählen ebenso die kostbaren, natürlichen Ressourcen wie das Gold. Bewahre die Schöpfung, lautet das Credo. Hick und sein Bruder tauchen tief in das Leben vor Ort ein, fassen Vertrauen zu den Interviewten und dokumentieren mit ihrer Kamera sehr ausführlich den Alltag der Menschen: bei der (Hand-) Arbeit, beim Kaffeekochen (Kaffee war einst der wichtigste Industriezweig) und den Ausflügen in die Berge zum Sammeln der Zutaten für die Totenriten und Opfergaben. Und auch Touristen kommen die Arhuacos besuchen.

An dieser Stelle macht "Thinking like a mountain" ebenso die tiefgreifenden Veränderungen für die Arhuacos deutlich, die sie seit dem Ende des Bürgerkriegs erfahren. Denn seit 2016 das Friedensabkommen mit der Regierung geschlossen wurde, bommt der Tourismus – und die moderne, hochtechnisierte Welt erreicht in Form von Schaulustigen, die mit Smartphones und Selfie-Sticks bewaffnet sind, die ursprüngliche Welt des Volksstammes.

Fazit: Einfühlsame und mit viel Gespür für die Befindlichkeiten der Menschen umgesetzte Dokumentation, die über erhabene, atemberaubende Naturaufnahmen verfügt.




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