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Der Glanz der Unsichtbaren
Der Glanz der Unsichtbaren
© Piffl Medien

Kritik: Der Glanz der Unsichtbaren (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der Sozial-Tragikomödie "Der Glanz der Unsichtbaren" legt der französische Filmemacher Louis-Julien Petit eine Auseinandersetzung mit dem Thema Obdachlosigkeit unter Frauen vor. Sein Werk basiert auf dem Sachbuch "Sur la route des invisibles" sowie dem Dokumentarfilm "Femmes invisibles: survivre dans la rue", beide von Claire Lajeunie. Im Zentrum des Plots steht ein Sozialarbeiterinnen-Quartett, das von Corinne Masiero ("Carole Matthieu"), Audrey Lamy ("Rebellinnen – Leg dich nicht mit ihnen an!"), Noémie Lvovsky ("Camille – verliebt nochmal!") und Déborah Lukumuena ("Divines") erfreulich ambivalent verkörpert wird: Die Betreuerinnen treten nicht als Heldinnen in Erscheinung, sondern als Personen mit Schwächen und Fehlern.

Noch bemerkenswerter ist indes die Besetzung der wohnungslosen Frauen mit einst selbst betroffenen Laiinnen aus der nordfranzösischen Region, in welcher "Der Glanz der Unsichtbaren" gedreht wurde. Diese Entscheidung verleiht dem Film die nötige Authentizität. Die Frauen sind hier nicht nur Teil der Kulisse; im Laufe der Geschehnisse lernen wir sie und ihre Biografien auf prägnante Art und Weise kennen. So wird aus der Geschichte ein vielschichtiges Ensemblestück.

Der Film macht auf die Wichtigkeit eines sicheren Raumes für wohnungslose Frauen sowie einer Reintegration in die Gesellschaft aufmerksam. Er zeigt, wie schwer es sein kann, von einem Leben auf der Straße zurück in einen Berufsalltag zu finden. Dabei klingen auch humoristische Töne an, die sich gut in das ernste Sujet einfügen. Bei allem Witz, den die Inszenierung und das Skript zulassen, ist stets spürbar, dass sich Petit und dessen Team intensiv mit dem Thema befasst haben.

Fazit: Ein stimmig in Szene gesetzter Film über Wohnungslosigkeit unter Frauen, der insbesondere durch sein Casting aufrichtig und glaubhaft wirkt.




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