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Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe
Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe
© Little Dream Entertainment GmbH

Kritik: Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In Italien gibt es einen alten Volksglauben, wonach "La Befana", die Weihnachtshexe, in der Nacht zum Dreikönigsfest am 6. Januar auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt. Sie rutscht durch die Kamine und steckt den braven Kindern Geschenke in die aufgehängten Strümpfe. Unter der Regie von Michele Soavi bekommt Befana nun ein Kinoabenteuer, das sie als fröhliches weibliches Gegenstück zum Nikolaus oder Weihnachtsmann vorstellt. Für das internationale Kinderpublikum, das mit den italienischen Bräuchen nicht so vertraut ist, fliegt Befana im Film in der Nacht zum 6. Dezember durch die Lüfte.

Die Hauptfigur ist zwar Befana, die sich normalerweise als nie alternde Lehrerin Paola unters Volk mischt. Aber im Verlauf der Handlung werden auch die Rollen der aufgeweckten Kinder, die sie aus Mr. Johnnys Fängen retten wollen, immer wichtiger. Schon die Einführung in Befanas Leben bereitet großes Vergnügen. Denn die Hexe ist keineswegs perfekt, sie findet ihre Arbeit anstrengend und sieht sich mit feministischem Scharfblick gegenüber dem Hohoho-Weihnachtsmann auf seinem Rentierschlitten krass benachteiligt.

Einem Schüler fliegt Befana zufällig vor die Handykamera und im Fernsehen verbreitet sich die Nachricht ihrer Existenz. Der alte Weihnachtsmann kommentiert das auf dem heimischen Sofa mit den Worten, jetzt habe sich die "blöde Kuh" auch noch filmen lassen. Der Ton ist durchaus ruppig und unheilig, aber auf lustige Weise. Der magische Zauber leidet darunter nicht. Als Paola hat die Hexe auch mit irdischen Problemen zu tun, mit Schülern, die nicht zuhören, mit ihrem Verehrer Giacomo (Fausto Maria Sciarappa), der ihr einen Antrag macht, ohne ihre alterslose Identität zu kennen. Der gutmütige, aber unbeholfene Mann hat später noch einen urkomischen Auftritt im Dinosaurierkostüm, das er ohne Not anbehält, obwohl es ihn beim Laufen behindert.

Mit der Zeit verliert die Geschichte ein wenig an Tempo und Zugkraft. Aber die schrägen Einfälle sprudeln weiter, gleichgültig, ob sie nun ohne weiteres zusammenpassen oder nicht. Die unerschrockenen und dennoch authentisch wirkenden Kinder, Wölfe auf einem Friedhof, mechanische Libellen, ein surrealer Kampf Paolas mit Mr. Johnny am Abgrund ergeben eine bunte inhaltliche Mischung. Manchmal wird es ein wenig gruselig, häufiger entsteht heitere Verblüffung. So bietet sich dieser Weihnachtsfilm als lustig-skurrile Alternative zu den klassischen Saisonwerken aus Hollywood an.

Fazit: In einem Städtchen in den italienischen Bergen wohnt die Lehrerin Paola, die sich alljährlich heimlich für eine Nacht in die Weihnachtshexe Befana verwandelt. Doch nachdem ein Junge sie zufällig im Flug filmt, wird sie von einem bösen Widersacher entführt. Ein paar mutige Schülerinnen und Schüler starten eine abenteuerliche Suchaktion. Der lustige Kinderfilm greift den italienischen Volksglauben an die Hexe Befana auf und präsentiert sie als erfrischend skurrile, mehr irdisch als himmlisch geprägte Konkurrentin von Nikolaus und Weihnachtsmann.




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