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Das Wunder von Marseille
Das Wunder von Marseille
© Tobis Film

Kritik: Das Wunder von Marseille (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Das Wunder von Marseille" beruht auf dem Bestseller-Roman "Spiel um dein Leben, Fahim!" der Autoren Fahim Mohammad und Xavier Parmentier. Fahim Mohammad, der 2013 Schachweltmeister in seiner Altersklasse wurde, ist heute 18 Jahre alt. Für Hauptdarsteller Gérard Depardieu ist "Das Wunder von Marseille" bereits der dritte Film in diesem Jahr. Depardieu gehört seit Jahrzehnten nicht nur zu den beliebtesten sondern auch zu den umtriebigsten Schauspielern Frankreichs. Seit 2015 war er in 15 (Fernseh- oder Kino-) Filmen zu sehen.

Pierre François Martin-Laval hat sich für die Verfilmung einer Geschichte entschieden, die wahrhaft märchenhaft und schier unglaublich anmutet – und sich deshalb für eine Verfilmung regelrecht anbietet, wenn nicht sogar aufzwingt. Leider entscheidet sich der Filmemacher letztlich aber für eine allzu rührselige und pathetische Inszenierung sowie abgenutzte Plattitüden, die den Gesamteindruck merklich trüben. Obwohl Martin-Laval – gerade im ersten Drittel – viel richtig macht.

Da ist zum einen positiv hervorzuheben, dass er auf die bürokratischen Hürden sowie die schwierige Lage der Schutz- und Asylsuchenden speziell in Frankreich aufmerksam macht. Und ebenso das Zusammenspiel zwischen Mizanur Rahaman und Jungdarsteller Ahmed Assad, der erstmals vor einer Kamera stand, funktioniert ausgesprochen gut. Ab der Begegnung mit dem schroffen, groben Sylvain (Paraderolle für den brummigen Depardieu) verlaufen sowohl die zwischenmenschlichen Beziehungen ebenso wie die weitere Handlung nach Schema F. Obwohl man zugeben muss, dass der mit einer martialischen ("Schach ist Krieg") und metaphorischen Ausdrucksweise auftretende Sylvain durchaus seine Momente hat.

Dennoch gestaltet sich die Beziehung zwischen ihm und Fahim nach altbekannten, wenig überraschenden Mustern (anfänglichem Misstrauen und Unbehagen folgt die tiefe Freundschaft). Auch die bemüht wirkende, dramatische Wendung um den in die Obdachlosigkeit abgleitenden, auf der Flucht befindlichen Vater ist vorhersehbar. Dazu gesellen sich viele äußerst schmalzige Szenen (Stichwort: Schnee), die die ohnehin gefühlsselige Story endgültig im Kitsch ertränken. Die überzogen traurigen (oder zumindest hochmelancholischen) Gesichtsausdrücke der Figuren passen sich dem wunderbar an.

Fazit: Arg sentimentale, süßliche Verfilmung einer unglaublichen Geschichte, die nur in Anflügen und dank der Leistungen des jungen Hauptdarstellers und des Urgesteins Depardieu halbwegs funktioniert.




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