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Freudenberg - Auf der Suche nach dem Sinn
Freudenberg - Auf der Suche nach dem Sinn
© Filmperlen

Kritik: Freudenberg - Auf der Suche nach dem Sinn (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Dokumentarfilm von Andrzej Klamt stellt das Wiesbadener Schloss Freudenberg vor, in dem ein seit über 20 Jahren von einer Gruppe von Künstlern und Kreativen betriebenes Kulturprojekt beheimatet ist. Mit seinen Installationen und Aufführungen bietet es Besuchern aller Altersgruppen sinnliche Erfahrungen an der Schnittstelle von Natur und Kunst. Zum Konzept der Betreiber gehört die Sinnsuche abseits des Konsums und Profitstrebens. Experimentierfreude, Bewegung und Verwandlung entstehen wie von selbst während der Natur- und Selbsterfahrung und spiegeln sich auch in der Vielfalt der Eindrücke, aus denen sich der Film zusammensetzt.

Die Vorstände Matthias und Beatrice Dastis Schenk und ihre ebenfalls in leitender Funktion mitwirkende Tochter Katharina Schenk sprechen vor der Kamera über die Ziele ihrer Arbeit. Auch andere anwesende Künstler nehmen Stellung, unter ihnen Nachwuchsschauspieler aus Russland. Man erhascht Einblicke in Theaterproben, sieht eine junge Frau, die im Wald ihrer Gesangsstimme freien Lauf lässt, Kinder, die barfuß über Holzstämme und Kiefernzapfen laufen. Naturpädagogik gehört nämlich zu den wichtigsten Angeboten auf dem Schlossgelände. Ein Insektologe kann Kindern einiges über Ameisen erzählen und ihnen zeigen, was alles auf der Wiese kreucht und fleucht.

Ein kleines für den Film veranstaltetes Schattentheater bebildert die Geschichte des Ortes und seine Verwandlung in einen kreativen Freiraum. Doch der Film, der hauptsächlich die bunte Fülle der Angebote und Projekte auffächert, lässt sich nirgends vertiefend nieder. Das Vorgefundene wird kaum aktiv erschlossen, beispielsweise mit inhaltlichen Erläuterungen oder mit Stilmitteln, die sinnliche Eindrücke betonen. Man erfährt zu wenig über die Gewichtung und die Ziele der Arbeit, ob sie mehr pädagogisch oder schöpferisch ausgerichtet ist, ob und wie sich die verschiedenen Zweige begegnen.

Auch die ewige Baustelle des Schlosses wird nicht näher betrachtet, es fehlen Beispiele, um sichtbar zu machen, wie es sich mit dem Provisorium lebt. So schleicht sich ein leichtes Gefühl der Verwirrung ein. Aber man bekommt auf jeden Fall mit, dass auf dem Schloss ein Raum für kreative Entfaltung und naturbezogene Sinneserfahrungen entstanden ist, der von der Bevölkerung offenbar auch gut angenommen wird.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Andrzej Klamt stellt die kulturelle Arbeit auf Schloss Freudenberg in Wiesbaden in ihrer bunten Vielfalt vor. Eine Gruppe von Künstlern und anderen Kreativen hat sich dort niedergelassen und lädt Besucher dazu ein, auf einem "Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens" spielerisch Naturphänomene, -elemente und -objekte zu erkunden. Mit pädagogischen Aktionen wird das Interesse von Kindern für die Natur gefördert, das auch mit Achtsamkeit sich selbst gegenüber zu tun hat. Der Film präsentiert die verschiedenen vor Ort gewonnenen Eindrücke jedoch recht unstrukturiert, lässt erklärende Einordnungen und punktuelle Vertiefung vermissen.




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