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Meister Eder und sein Pumuckl
Meister Eder und sein Pumuckl
© Croco Film

Kritik: Meister Eder und sein Pumuckl (1982)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der rothaarige Kobold mit dem gelben Hemd und der grünen Hose ist inzwischen so alt, dass er längst bei mehreren Generationen Kult ist. Von Ellis Kaut zunächst als Hörspiel erdacht und 1962 erstmals im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt, folgten ab 1965 Kinderbücher, später Schallplatten und in den 1980ern schließlich eine 52-teilige Fernsehserie. Pumuckls Leinwanddebüt, das nun als Wiederaufführung noch einmal in die Kinos kommt, setzt sich in großen Teilen aus Material zusammen, das parallel zur TV-Serie aufgenommen wurde. Dieser episodische Charakter war dem Film schon seinerzeit anzumerken. Von seinem Charme hat er indessen nichts eingebüßt.

Regisseur Ulrich König, der wie der kleine Klabautermann mit diesem Film debütierte, hat später neben den "Pumuckl"-Fernsehauftritten auch an Erfolgsserien wie "Büro, Büro" oder "Um Himmels Willen" gearbeitet. Das erste Aufeinandertreffen zwischen dem Schreinermeister und dem Kobold erzählt er schnörkellos. Technische Spielereien liegen ihm fern. Bis auf die auch heute noch überzeugenden Trickeffekte konzentriert sich König auf zielsicher gesetzte Pointen, vor allem aber auf die väterlich-kindliche Dynamik seiner zwei Protagonisten.

Für den urig-sympathischen Schreinermeister kann man sich schlicht keinen besseren Darsteller als den bayerischen Volksschauspieler Gustl Bayrhammer vorstellen. Er verkörpert Pumuckls Ersatzvater mit der richtigen Mischung aus Wärme, Strenge, Neugier und Bauernschläue. Hans Clarin, der Pumuckl seine bis an die Grenze getriebene Stimme lieh, ist die perfekte Ergänzung. Dieser Film, der ganz nebenbei ein München zeigt, das es so heute nicht mehr gibt, ist auch heute noch ein Muss für Kinder und Eltern.

Fazit: Beinahe 40 Jahre nach seinem Kinostart ist "Meister Eder und sein Pumuckl" immer noch ein Muss für Klein und Groß. Zwar kann der Kinderfilm seinen episodenhaften Charakter nie ganz verbergen, wartet dafür mit tollen Charakteren auf. Meister Eders Verhältnis zu seinem kleinen Kobold ist warmherzig, verschmitzt und erzieherisch angemessen. Und Pumuckls Scherze sind ein großer Spaß.




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