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Hello Again - Ein Tag für immer
Hello Again - Ein Tag für immer
© Warner Bros.

Kritik: Hello Again - Ein Tag für immer (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Fast neun Jahre nach ihrem letzten Film, dem Flüchtlingsdrama "Die Farbe des Ozeans", kehrte die aus Heidelberg stammende Regisseurin und Drehbuchautorin Maggie Peren für "Hello Again" auf den Regiestuhl zurück. Als Kameramann fungierte Marc Achenbach, der ab Mitte der nuller Jahre hauptsächlich für seine Arbeit an der "Bibi & Tina"-Reihe bekannt wurde. "Hello Again" feierte im August dieses Jahres beim Pop-Up-Autokino-Filmfest München Weltpremiere.

Die 46-jährige Peren ist eine jung gebliebene, kreative Filmemacherin, die mit "Hello again" exakt die Sprache ihrer anvisierten Zielgruppe der jungen Erwachsenen spricht. Mit ihrer Mischung aus frischer Beziehungskomödie, Zeitschleifen-Kuriosum und kurzweiligem Coming-of-Age beweist sie, dass sie die Klaviatur der locker-leichten, zugänglichen und unverbrauchten Unterhaltung für die Kinobesucher der Unter-30-Jährigen beherrscht. Obwohl die Message ihres Films universale Gültigkeit besitzt: Es gibt nichts Perfektes, schon gar nicht in der Liebe.

Die große Liebe – das ist zwar keine Illusion. Auf Ewigkeiten angelegte, makellose Beziehungen ohne Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten aber sind nicht existent, denn sie sind schlicht unmenschlich und damit unrealistisch. Dies ist allerdings kein Grund, nicht in feste Bindungen einzutreten und es nicht mit Beziehungen zu versuchen bis man den oder die gefunden hat, mit dem/der es passt. Hier funktioniert "Hello Again" als gelungener Seitenhieb und augenzwinkernde Anspielung auf die Angst vieler heutiger Twenty-Somethings, sich dauerhaft zu binden. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit des nächsten schnellen Dates und die schier unbegrenzten digitale Flirt-Möglichkeiten scheinen dies zu verhindern.

Inhaltlich und dramaturgisch überrascht der Film darüber hinaus mit witzigen Einfällen, überraschenden Wendungen, amüsanten Verwechslungen sowie schräge-abstrusen Fremdschäm-Momenten, allen voran auf der Hochzeitsfeier. Wobei letztgenannter Aspekt in erster Linie der Tatsache geschuldet ist, dass sich die hypernervöse, etwas verplante aber grundsympathische Hauptfigur (charismatisch und glaubwürdig: Alicia von Rittberg) in einer sich ständig wiederholenden Zeitschleife gefangen ist und sie dieselben Situationen wieder und wieder durchlebt.

Fazit: (Spät)Sommerlich-leichte, ungezwungene und stark gespielte Komödie über die beziehungsunfähige Generation "Tinder", angesiedelt irgendwo zwischen "Eine Hochzeit zum Verlieben", "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Die Hochzeit meines besten Freundes".




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