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Kritik: Das Riesengebirge (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Rund drei Jahre arbeitete Viktor Kuna an seiner bildgewaltigen dokumentarischen Arbeit über das meistbesuchte Gebirge Tschechiens. Die Premiere des Films fand am 18. November 2018 im Rahmen des Festivals Bergsichten in Dresden statt. Weitere sechs Festival-Vorführungen folgten.

Ausführlicher und informativer ist bislang keine Dokumentation über dieses riesige Naturparadies, das eine natürliche Grenze zwischen Böhmen und Schlesien bildet, geraten. Man merkt Kuna die Leidenschaft für Gebirgswelten im Allgemeinen und das Riesengebirge im Besonderen an, da er das Thema ungemein vielschichtig, facettenreich und von unterschiedlichen Blickwinkeln aus beleuchtet. Und: Er denkt bei seiner Umsetzung an alle in Frage kommenden Zielgruppen.

Für die (Natur-)Historiker geht Kuna auf die Geschichte des Gebirges sowie unter anderem auf eine der bekanntesten Bergbauden, die Wiesenbaude, ein. Bei der Baude handelt es sich um die größte und älteste im Riesengebirge. Sie brannte 1938 aus, seltene Schwarz-Weiß-Archivaufnahmen zeigen Szenen des Wiederaufbaus. Botaniker und Tierfreunde kommen auf ihre Kosten, da der Film reichhaltige, fundiert recherchierte Infos zu Flora und Fauna der Region bereithält – inklusive der jeweiligen, in oft in Detailaufnahmen präsentierten Tiere, Moore, Wiesen, (endemischen) Pflanzen, Gräser und Baumarten zu denen passend die jeweiligen Bezeichnungen eingeblendet werden.

Darüber hinaus nähert sich Kuna dem Riesengebirge auch intensiv aus wissenschaftlicher Sicht. Die geologische und geomorphologische Entwicklung des Gebirges sind ebenso inhaltlicher Bestandteils des mit Experteninterviews angereicherten Films, wie jahreszeitliche Besonderheiten, die wichtigsten Bauwerke und – ein besonders schöner Mehrwert für den naturverbundenen Zuschauer – empfehlenswerte Wanderwege. Ein Höhepunkt der Doku sind fraglos die erlesenen, bildgewaltigen Aufnahmen der atemberaubenden Landschaften, schroffen Gebirgsketten, Gipfel, steilen Hänge und tiefen Täler, die Kuna immer wieder mit stimmungsvollen dabei aber nie zu aufdringlichen Instrumentalklängen untermalt.

Fazit: Optisch berauschende, tiefgehende und inhaltlich allumfassende Liebeserklärung an das älteste Gebirge Tschechiens.




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