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Kritik: Supervized (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Komödie des irischen Regisseurs Steve Barron gründet auf der reizvollen Idee eines Altenheims für Superhelden. Gäbe es nämlich ein solches, müsste es dort regelmäßig zu den aufregendsten Zwischenfällen kommen. Auch im realen Leben will ja kaum jemand, der sich zur Ruhe setzt, einfach nur noch die Hände in den Schoß legen. Das geht den Hauptcharakteren dieser schrägen Geschichte nicht anders. Wenn Ray und Pendle also im Park spazieren gehen, liefern sie sich ein Wettrennen unter Anwendung der Kräfte ihrer Alter Egos Maximum Justice und Total Thunder. Solche Sachen sind im Heim natürlich verboten, sonst würde der jungen Heimleiterin Alicia schnell die Kontrolle über den Betrieb entgleiten.

Den alten Superhelden macht die Erkenntnis zu schaffen, dass die Welt sie anscheinend weitgehend vergessen hat. Einst war Maximum Justice das Idol von Kindern und Jugendlichen, aber das ist lange her. Auf dem Rummelplatz warten die Alten am "Hero Day" weitgehend vergeblich auf Bewunderer und Autogrammjäger. Und doch erregen sie Aufmerksamkeit, es fliegt nämlich ein junger Luftikus namens Celestro (Hiran Abeysekera) in einem Superheldenkostüm vom Himmel herab und will ihnen wortreich die Schau stehlen. Der fehlende Respekt vor dem Alter wird in dieser Komödie ironisch durchdekliniert und zugleich als kurzsichtig entlarvt. Denn die hüftsteifen Superhelden sind noch lange nicht zahnlos, sie haben Grips und Urteilsvermögen. Wenn sie das Böse zu Gesicht bekommen, erwachsen sie rasch zu alter Form, na ja, fast zumindest. Als hilfreich erweist sich dabei ihr Zusammenhalt – in diesem Punkt gleicht die Geschichte modernen Comicverfilmungen wie "Avengers: Endgame" oder "Justice League", die Superhelden auch gerne im Ensemble auftreten lassen.

Das Komplott, dem die Superhelden im Altenheim auf die Spur kommen, mündet in eine Kampfaction, in der sich die Handlung vollends in eine skurrile Posse verwandelt. Man glaubt, einer Art Kasperletheater zuzuschauen, in dem ordentlich und mit schriller Übertreibung auf den Putz gehauen wird. Aber am meisten Spaß macht der Beginn, wenn sich die Alten mit makabren und vulgären Streichen beim Essen oder Fernsehen gegenseitig provozieren. Diese Schmunzelkomödie beweist mit eigenwilligem Charme, dass es zwischen Actionfantasy und Seniorenheim eine filmische Schnittmenge geben kann.

Fazit: Die irisch-britische Komödie von Regisseur Steve Barron malt auf schrille Weise aus, was in einem Altenheim für Superhelden alles passieren kann. Tom Berenger und Beau Bridges führen ein schauspielerisches Ensemble an, das mit viel Freude an schrägem Humor die Unrast und Langeweile der Charaktere darstellt. Wer sich nicht dauernd beweist, wird von der Welt vergessen, aber es kommt der Tag, an dem diese Alten das Böse im eigenen Heim bekämpfen müssen. Mit eigenwilligem Charme paddelt diese skurrile Posse gegen den Strom des Superheldengenres.




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