VG-Wort

oder
Best of Genrenale Vol. 1
Best of Genrenale Vol. 1
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Best of Genrenale Vol. 1 (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wie so viele Ideen ist auch diese aus der Not geboren. Weil die Arbeiten des Grafikdesigners Marcel Weisheit und der Filmemacher Paul Andexel und Krystof Zlatnik deutschen Festivals zu genrelastig waren, gründeten sie 2013 kurzerhand ihre eigene Veranstaltung. Sieben Jahre später gibt es die Genrenale immer noch, 2020 pausiert sie allerdings. Wem die Zeit bis zur nächsten Ausgabe zu lang wird, der kann sie mit einem Best-of im Kino überbrücken.

Wie bei den meisten Zusammenstellungen variieren auch bei dieser Länge und Qualität. Von der reinen Filmtrailer-Parodie ("Laser Pope") sowie Kurz- und Kürzestfilmen, die nicht über ihre originelle Grundidee hinauskommen ("Selfie from Hell", "Ghost Bleeder"), über formale Spielereien ("Can't Take My Eyes Off You") bis zu technisch hochwertigen, elaboriert erzählten und teils prominent besetzten Streifen ist alles vertreten. Allen gemein ist eine Schlusswendung, die das zuvor Gesehene nicht selten makaber verkehrt.

Kleine Höhepunkte sind "When Demons Die" (2016), ein Monsterfilm mit einem in der Realität verwurzelten Twist, "Coup de Grâce" (2017), eine Gangstergroteske auf Schwyzerdütsch, der Politkrimi "Die besonderen Fähigkeiten des Herrn Mahler" (2017) und Episode Nummer vier der animierten Scifi-Parodie "2 Aliens" (2016), in der die durchgeknallten Titelhelden Quiqueck und Hämat Abenteuer auf "Terror Station" meistern müssen.

Während Regisseur und Drehbuchautor Pascal Glatz in seinem Achtminüter "Coup de Grâce" mit absurdem Humor punktet, beeindrucken Daniel Rübesams "When Demons Die" und Paul Philipps "Die besonderen Fähigkeiten des Herrn Mahler" durch ihre Ausstattung und Umsetzung. Philipp weiß zudem, mit seiner Schauspielerführung zu überzeugen. Alleskönner Thomas Zeug, der bis auf die Musik und die Stimmen der Nebenfiguren quasi alles in seinen "Alien"-Animationsfilmen im Alleingang stemmt, liefert wiederum den abgedrehtesten Spaß in dieser Kurzfilmrolle. Insgesamt versammelt dieses Best-of einige spannende Talente, die es weit bringen könnten.

Fazit: Wie bei so vielen Best-ofs variieren auch bei diesem nicht nur die Längen und die Genres der zusammengestellten Filme, sondern auch deren Qualität. Gerade die längeren Beiträge können sich aber sehen lassen. Dem deutsch(sprachig)en Genrefilm scheint eine rosige Zukunft beschieden.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.