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Besser Welt als Nie (2020)

Globaler Rundtrip: deutscher Dokumentarfilm über einen 24-Jährigen, der mit dem Fahrrad um die Welt reist.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 130 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Irgendwann hat Dennis Kailing von Alltag und Arbeit genug, setzt sich aufs Rad und tritt in die Pedale. Ohne Erfahrung mit Welt- oder Fahrradreisen geht es vom hessischen Gelnhausen immer Richtung Osten. Eines der wichtigsten Utensilien ist sein Smartphone, mit dem er nicht nur navigiert, sondern über diverse Internetplattformen wiederholt mit Einheimischen in Kontakt kommt.

Unterwegs trifft er unzählige gastfreundliche Menschen, die ihn bei sich übernachten lassen, ihr Essen mit ihm teilen oder ihm ihre Kultur näherbringen. Manche Wegstrecke legt er mit Zufallsbekanntschaften oder mit einem guten Freund aus Deutschland, der ihm nachgereist ist, zurück. Am Ende hat der zum Reisebeginn 24-Jährige 43.600 Kilometer hinter sich gebracht, 41 Länder und sechs Kontinente gesehen und 63 platte Reifen gehabt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Wer sich zur nasskalten Jahreszeit nach Urlaub sehnt, wird im Februar 2020 im Kino gleich doppelt fündig. Der Reisefilm-Boom nimmt kein Ende. Am selben Starttag laufen gleich zwei Dokus über ganz persönliche Langstreckenerlebnisse an. Daniel Rintz steigt in "Somewhere else together" bereits zum zweiten Mal auf sein Motorrad. Dennis Kailing schwingt sich das erste Mal in den Sattel. Sein Zweirad verfügt allerdings nur über Fußantrieb.

Wie in so vielen Dokumentarfilmen von Weltreisenden (übrigens auch bei Kollege Rintz) ist der Protagonist auf der Suche nach dem Glück. Und wie in so vielen dieser Filme ist er am Ende zwar um unzählige Erlebnisse reicher, aber nicht viel klüger als zuvor. Der Mehrwert fürs Publikum schwankt zwischen netten Impressionen, um einfach mal zwei Stunden lang abzuschalten, und der Erkenntnis, dass es potenziell jeder, selbst ohne Erfahrung und nur mit einem Fahrrad und einem Lächeln, einmal um den Globus schaffen kann.

Kailings Leistung ist mehr als beachtlich, manche seiner Aufnahmen sind es ebenfalls. Wie der Mehrwert fürs Publikum schwanken aber auch die technische Umsetzung, die Narration und die Dramaturgie gewaltig. Die Dauerkommentierung aus dem Off wird schnell redundant. Zum Glück nimmt sich Kailing nicht sonderlich ernst, was seinem Film mit dem ungewöhnlich geschriebenen Titel "Besser Welt als Nie" (sic!) eine gewisse Lockerheit verleiht, die einigen anderen Reisefilmen deutlich abgeht.

Das größte Manko ist ein altvertrautes. So sehr sich der junge Filmemacher auch bemüht, am Wegesrand getroffene Menschen und deren Geschichten in seine Erzählung einzubeziehen, letzten Endes bleibt auch seine Weltreise ein Egotrip.

Fazit: Der Weltreisende Dennis Kailing hat seine bemerkenswerte Leistung mit der Kamera festgehalten. Aus dem Meer an Reisefilmen ragt dieser durch eine gewisse Lockerheit heraus. Die am Wegesrand getroffenen Menschen bleiben indes nur flüchtige Randnotizen. Letztlich ist auch diese Doku dem Thema geschuldet zu selbstbezogen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 111 Minuten
Kinostart: 13.02.2020
Regie: Dennis Kailing
Darsteller: Dennis Kailing
Verleih: 24 Bilder

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