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Ronnie Wood: Somebody up there likes me
Ronnie Wood: Somebody up there likes me
© Die FILMAgentinnen © Piece of Magic Entertainment

Kritik: Ronnie Wood: Somebody up there likes me (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In dem dokumentarischen Porträt "Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me" widmet sich der Regisseur Mike Figgis dem Rockmusiker und Rolling-Stones-Mitglied Ron Wood. Der inzwischen über 70 Jahre alte Wood kann auf eine Karriere zurückblicken, die ein halbes Jahrhundert umfasst. Geprägt war sein Werdegang nicht nur von künstlerischen Erfolgen und musikalischen Höheflügen, sondern auch von Alkohol- und Drogenabstürzen, etlichen Entzügen, privaten Skandalen und einer Lungenkrebserkrankung.

Angenehmerweise nutzt Figgis, der als Macher von starbesetzten Werken wie "Stormy Monday" (1988), "Internal Affairs" (1990) und "Leaving Las Vegas" (1995) bekannt wurde, diese Stationen im Leben von Wood nicht für eine Aneinanderreihung von boulevardeskem Material, sondern legt einen überraschend ruhigen und nachdenklichen Film vor. So lässt er Wood in Interviews – zuweilen mithilfe von Tarot-Karten als Stichwortgeber – etwa über seine Kindheit und frühe Jugend am Londoner Stadtrand mit einem Alkoholiker als Vater sprechen sowie über seine erste Liebe, seine musikalischen Einflüsse und Anfänge. Schon der Einstieg in "Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me" lässt erkennen, dass dies ein leise erzählter Film wird: Wir sehen Wood beim konzentrierten Skizzieren und Malen in seinem Atelier. Videoaufnahmen aus dem Familienkreis kommen im weiteren Verlauf ebenso zum Einsatz wie bewegte Bilder der ersten musikalischen Schritte.

Wenn sich das Werk der Musik zuwendet, räumt es dieser viel Zeit und Raum ein. Statt möglichst die gesamte Diskografie von Wood in schnell geschnittenen Montagesequenzen anklingen zu lassen, werden einzelne ältere und neuere Bühnenauftritte in voller Länge präsentiert. Neben Wood selbst geben Größen wie Imelda May, Rod Stewart, Damien Hirst, Mick Jagger und Keith Richards Interview-Statements ab.

Fazit: Ein erstaunlich stiller, unaufgeregter Dokumentarfilm über den Rockmusiker Ron Wood, der sich versonnen mit dem Leben und der Kunst befasst.




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