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Sea of Shadows - Das Kokain der Meere
Sea of Shadows - Das Kokain der Meere
© Camino

Kritik: Sea of Shadows - Der Kampf um das Kokain des Meeres (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Vor fünfzehn Jahren wurden zahlreiche Inseln und Küstenabschnitte des Golfs in die UNESCO-Weltnaturerbe-Liste aufgenommen. Wegen der befürchteten völligen Ausrottung der Schweinswale wurde das Welterbe im vergangenen Jahr jedoch auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Um die kaum mehr abwendbare Umweltkatastrophe sowie die endgültige Zerstörung des Lebensraumes der Tiere zu verhindern, hat die Vaquita Conservation and Rescue Mission eine beispiellose Rettungsaktion ins Leben gerufen. Einer der Leiter der Mission ist Dr. Lorenzo Rojas-Bracho, der als einer der führenden Schweinswal-Experten und -Wissenschaftler gilt.

"Sea of shadows" folgt dem seit einigen Jahren populären Trend, Dokus, die auf das Aussterben von Tierarten oder Gefahren für die Zukunft unseres Ökosystems verweisen, wie einen mitreißenden Spannungsfilm zu inszenieren. Als Betrachter ist man dabei, wenn die Umweltaktivisten mit ihren Schiffen ihre Rettungsmissionen durchführen, wie sie die Fangnetze versuchen zu entfernen, Tiere retten und medizinisch versorgen. Das Ganze ist packend mit anzusehen und der Mut sowie die Leidenschaft der Umweltschützer sind beachtlich.

Hier und da übertreiben es die Macher etwas, wenn sie bei ihrer Inszenierung zu sehr auf die Emotionen der Zuschauer abzielen: mit übertrieben emotionalisierender Musik, kalkuliertem Einsatz von Zeitlupen sowie Zitaten und Interviewpassagen, die hier und da zu reißerisch anmuten und aufgrund ihrer martialischen oder fatalistischen Wirkung an Sensationspresse erinnern ("Wir werden um jeden einzelnen Wal kämpfen", "Wir führen einen Krieg gegen die Auslöschung einer Spezies").

Dennoch ist "Sea of shadows" sehenswert, da viele Szenen tatsächlich ungemein spannend geraten sind (etwa die Sequenzen der Rettungsaktionen in der Dunkelheit, die per Nachtkamera eingefangen wurden) und die Doku eben nicht nur auf die Bedrohung einer Walart aufmerksam macht, über die man in den Massenmedien sonst eher wenig liest/sieht, sondern ebenso die verbrecherischen Aktivitäten der mexikanischen Kartelle aufzeigt. "Sea of shadows" verschweigt darüber hinaus nicht das Ende dieser illegalen Kette bzw. Machenschaften: Wenn diese wunderschönen Tiere nach ihrem brutalen Abschlachten auf dem chinesischen Schwarzmarkt für unsägliche Summen gehandelt werden.

Fazit: Etwas zu berechnende und kalkuliert auf die Emotionen des Betrachters abzielende Doku, die aufgrund ihres informativen Gehalts und der zentralen Botschaften dennoch einen Blick Wert ist.




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