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Mossad
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Kritik: Mossad (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Diese überdrehte Agentenkomödie aus Israel versteht sich als Hommage an die slapstickreichen Filme von David Zucker ("Die nackte Kanone"). Regisseur und Drehbuchautor Alon Gur Arye konnte sein Vorbild Zucker sogar als kreativen Berater für das Skript seines Films gewinnen. Nicht nur die Hauptfigur des verkrachten ehemaligen Mossad-Agenten Guy, auch viele andere Charaktere der actionreichen Geschichte neigen zu schwerer Begriffsstutzigkeit. So stolpern sie von Tatendrang beseelt durch eine Handlung, die um Klamauk nie verlegen ist.

Der Ideenreichtum dieser Komödie ist beeindruckend. Da es sich um eine Agentenpersiflage handelt, gibt es Verfolgungsjagden und waghalsige Einsätze, bei denen die Pannen natürlich inbegriffen sind. Guy verliert seinen Kollegen Aaron (Tal Friedman) bei einer solchen Aktion, aber der Mann wird als Cyborg Aaron Man wieder in den Dienst des Mossad gestellt. Überall wo Guy auftritt, ist das nächste Missgeschick nicht weit. Tsahi Halevi spielt den Mann betont ernst, was ihn erst recht zum Clown werden lässt. Meistens bestehen die Dialoge aus lauter Gags, die oft genug zum Lachen reizen. So überreicht beispielsweise Guy der feschen Blondine Sarah Sattelberg, die ihm schöne Augen macht, seine Visitenkarte. Sie sagt, da stehe nichts drauf, worauf er antwortet: "Ich bin Geheimagent!"

Solche Dialoge zielen geschickt auf die Komik ab, die von einem lachhaften geistigen Niveaus ausgehen kann. Auch satirische Kritik an Politik und Gesellschaft findet ab und zu ihren Platz. Vor allem wird die Macht des Geheimdienstes Mossad in Israel auf die Schippe genommen. Mit zunehmender Dauer des wendungsreichen Geschehens aber zeigt sich, dass Klamauk auch ganz schön anstrengend werden kann. Obwohl die Handlung wenig Sinn ergibt, muss man ihren hanebüchenen Kurs aufmerksam verfolgen, um sich nicht abgehängt zu fühlen. Die bunte Fülle dieses Leinwandspektakels droht irgendwann in Beliebigkeit abzurutschen. Aber wenigstens eine Weile bereitet diese konsequent auf einfältige Charaktere und kindisch-absurde Komik setzende Geschichte Spaß.

Fazit: Wer Klamauk mag, wird diese überdrehte israelische Agentenkomödie wahrscheinlich ziemlich spaßig finden. Der Regisseur und Drehbuchautor Alon Gur Arye stellt einen tumben Spion, der unbedingt seinen Job beim Geheimdienst Mossad zurückhaben will, in den Mittelpunkt einer slapstickreichen Handlung. Der Held sieht seine Bewährungschance gekommen, als der vom Geheimdienst geschätzte US-Milliardär Jack Sattelberg in Jerusalem entführt wird. Lachhaftes ist Programm in den das Genre persiflierenden Dialogen und Actioneinlagen und dieses Kalkül mit der Komik der genüsslich heraufbeschworenen Niveaulosigkeit geht wiederholt auf.




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