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Kritik: Kin-dza-dza! (1986)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Science-Fiction-Komödie "Kin-dza-dza!" von Georgi Danelija aus dem Jahre 1986 kommt erstmals ins deutsche Kino – in einer restaurierten Fassung. Das in der Sowjetunion entstandene Werk gilt insbesondere im russischsprachigen Raum als absoluter Kultfilm, was nicht zuletzt den vielen Nonsens-Begriffen zu verdanken ist, die darin Verwendung finden. So muss das seltsame Duo Uef und Bi, dem die beiden Protagonisten Wladimir und Gedewan auf dem Wüstenplaneten Plük begegnen, ein sogenanntes "Gravitsappa" kaufen, damit ihr "Pepelaz" (also das fliegende Objekt, in dem sie sich fortbewegen) schneller unterwegs sein kann. Nötig sind dafür interessanterweise Streichhölzer.

Die absurden Einfälle von Danelija und dessen Co-Autor Reso Gabriadse lassen an die irrwitzigen Welten des britischen Schriftstellers Douglas Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis") denken sowie an den schrägen Humor der Monty-Python-Truppe. Zudem muss die satirische Dystopie auch im Kontext des sozialistischen Umfeldes betrachtet werden, in dem sie entstand: Mit grotesken Mitteln setzt sich "Kin-dza-dza!" mit dem damaligen Alltag in der Sowjetunion auseinander, mit sonderbaren Ritualen, die unreflektiert ausgeführt werden. Der Film ist somit vor allem eine Kritik an der raschen Unterordnung des Menschen.

Mit seinem Kameramann Pawel Lebeschew gelingen Danelija eindrückliche Bilder des unwirtlichen Planeten mit diversen wunderlichen Vehikeln und verrosteten Innenräumen. Auch die eingängige Musik des Komponisten Gija Kantscheli und das überdrehte Schauspiel tragen dazu bei, dass "Kin-dza-dza!" zu einem besonderen Erlebnis wird.

Fazit: Ein wunderbar skurriler Film-Trip, den es endlich auch hierzulande zu entdecken gibt. Einfallsreich, komisch – und zugleich überaus hintersinnig.




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