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Die Boonies - Eine bärenstarke Zeitreise
Die Boonies - Eine bärenstarke Zeitreise
© 24 Bilder © Little Dream Entertainment GmbH

Kritik: Die Boonies - Eine bärenstarke Zeitreise (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Was, der nächste Zeitreise-Film? Ja, dieser Tage startet neben "Tenet" auch eine bärenstarke Zeitreise namens "Die Boonies", ein aus China eingeschifftes Fest der Unsinne, das offenbar den Kleinsten unter den Kleinen Spaß und Freude bereiten soll. Ja, wie auch in "Tenet" geht es hier um verschobene Zeitebenen, denn die Boonie-Bärenbande wirbelt rückwärts durch die Zeit, bis sie in einer unbestimmten Paläo-Ära landet, in der offenbar gleich mehrere Zeitschienen parallel existieren: Denn hier leben Dinos, riesige Urzeitwesen, (sprechende) Tiere und Menschen in trauter Eintracht. Mit dieser geradezu waghalsigen Dehnung von Zeit, Raum und Logik war's das dann aber auch schon mit den Parallelen zum Herrn Nolan: Denn der Rest ist großer Mist.

Das beginnt einerseits damit, dass es einfach nicht geht, aus einer erfolgreichen und beliebten Serien schwuppdiwupps einen eineinhalbstündigen Film zu basteln: Der Handlung fehlt komplett der rote Faden, "Die Boonies" fühlt sich an, als hätten die Macher einfach 3 Serienepisoden genommen, geschüttelt und gerührt und setzen das wirre Ergebnis nun dem Publikum als fertigen Spielfilm vor.

Zuerst scheint es in erster Linie um die wundersame Zeitreise zu gehen, und die Abenteuer, die die 3 Helden aus der Gegenwart in dieser seltsamen Steinzeit erleben. Im Mittelteil plätschert die Handlung so dahin und es passiert wenig. Und im letzten Drittel gibt es plötzlich eine neue Hauptfigur (die süße Baby-Wölfin FeiFei), die sich gegen ihre Feinde behaupten muss, die eine "Entwicklungsgeschichte" durchmachen soll und den Mut fassen, zu sich selbst zu stehen, alles unter Mithilfe und mit Unterstützung ihrer neuen bärischen und menschlichen Freunde. Das hat mit dem Beginn von "Die Boonies" genau gar nichts mehr zu tun: Man muss ja nicht immer Vergleiche mit den Disney-Animationen ziehen, aber "Die Boonies" ist am Ende substanzloser und unzusammenhängender animierter Unsinn, der höchstens den ganz, ganz Kleinen ob seiner netten Bilder Freude bereiten kann. Das rettet den Film aber auch nicht davor, ein einziges dramaturgisches Desaster zu sein. Wenn man denn irgendetwas Positives finden möchte, sind es die letzten 20, 25 Minuten, die zumindest beweisen, dass die Autoren das Herz am rechten Fleck haben. Das ist aber zu wenig.

Fazit: Die Intention in allen Ehren, eine Kinderanimation über die Werte Mut und Freundschaft zu machen: "Die Boonies - Eine bärenstarke Zeitreise" ist eine bärengroße Enttäuschung auf fast allen Ebenen, das geradezu haarsträubende Storytelling macht auch die zumindest im Ansatz gelungenen Animationsleistungen zunichte.




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