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Eine Nacht im Louvre: Leonardo da Vinci
Eine Nacht im Louvre: Leonardo da Vinci
© Kinostar

Kritik: Eine Nacht im Louvre: Leonardo da Vinci (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Zehn Jahre lang bereiteten Vincent Delieuvin, Chefkonservator im Louvre, und sein Team die Ausstellung vor. Über 4000 Manuskripte wurden gesichtet. Die zähen Gespräche und Verhandlungen über Leihgaben anderer Museen zogen sich viele Jahre hin. Filmemacher und Kameramann Pierre-Hubert Martin erhielt die Möglichkeit, die wegweisendsten, bedeutendsten Werke des Universalgelehrten bei Nacht aus der Nähe zu filmen.

In meisterhaft arrangierten Kamerafahrten nähert sich Martin der Ausstellung schon von außen an. Mit imposanten Drohnenbildern nimmt er die ikonografische Glaspyramide im Innenhof des nächtliche Louvre ins Visier und führt den Betrachter kurz darauf ins Innere des besucherstärksten Kunstmuseums weltweit. Entlang der berühmten geschwungenen Treppen geht es hinab in die Ausstellungsräume. Schon die Anordnung der einzelnen Exponate und die visuelle, lichtkompositorische Aufbereitung beeindruckt: Bereits von weitem begrüßt einen der gewaltige "Léonard de Vinci"-Schriftzug, der über dem Eingangsbereich thront. Für Kunst- und Da-Vinci-Fans ist "Eine Nacht im Louvre" ein Fest. Sie erhalten nie gesehene Einblicke in die Kunst des Genies. Detailaufnahmen, gestochen scharf und in brillanten Farben erstrahlend, seiner berühmtesten Arbeiten und Zeichnungen. Dazu gibt es spannende und lehrreiche Infos der Kuratoren und Da-Vinci-Experten gleichsam in die Da-Vinci-Forschung sowie die Erkenntnisse der jüngsten kunstwissenschaftlichen Untersuchungen.

Und auch Da-Vinci-Neulinge kommen auf ihre Kosten. Denn "Eine Nacht im Louvre" rückt nicht nur die allgemein bekannten, jedermann geläufigen Bilder Da Vincis ins Zentrum (etwa weltberühmte Ölgemälde wie die "Mona Lisa" oder die "Madonna Benois") sondern ebenso weniger im kollektiven Gedächtnis befindliche Gemälde sowie "Geheimtipps" der Ausnahmeerscheinung Da Vinci. Darunter die 1489/90 geschaffene "Dame mit dem Hermelin" (eine Leihgabe aus Prag) und Da Vincis einzig erhalten gebliebenes Porträtgemälde eines Mannes: "Bildnis eines Musikers".

Fazit: Eine Museumsführung der etwas anderen Art, getaucht in magisches Licht. "Eine Nacht im Louvre: Leonardo da Vinci" bringt einem den italienischen Renaissance-Künstler und seine Arbeitsweise in nie gesehener, umwerfender Art näher.




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