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Die Dirigentin
Die Dirigentin
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Kritik: Die Dirigentin (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In ihrem Biopic "Die Dirigentin" schildert die niederländische Drehbuchautorin und Regisseurin Maria Peters einen Lebensabschnitt von Antonia Brico in den 1920er und 1930er Jahren. Die in den Niederlanden geborene US-Amerikanerin dirigierte als erste Frau ein Orchester und musste sich gegen etliche Widerstände durchsetzen, um ihr berufliches Ziel zu erreichen. Der Film überzeugt mit seiner einnehmenden Hauptdarstellerin, ist jedoch an vielen Stellen allzu melodramatisch-überzogen geraten.

Seine stärksten Momente hat das Werk, wenn es sich ganz den Ambitionen der Titelfigur widmet. Wenn sich die Protagonistin etwa zu Beginn in die Rolle einer Dirigentin träumt, während sie noch als Platzanweiserin tätig ist, oder wenn sie später ihren ersten Konzertauftritt in Berlin hat, setzt Peters dies sehr mitreißend in Szene. Für den Liebes-Plot zwischen Antonia und dem wohlhabenden Frank Thomsen (verkörpert von Benjamin Wainwright) findet der Film hingegen überwiegend kitschig anmutende Worte und Bilder – und auch die Hintergründe von Antonias Familiengeschichte werden recht formelhaft präsentiert. Spannend sind wiederum die Einblicke in ein New Yorker Cabaret, in dem Antonia zunächst als Klavierspielerin arbeitet, um Geld zu verdienen. Die freundschaftliche Beziehung zwischen Antonia und dem Transmann Robin Jones (kraftvoll gespielt von Scott Turner Schofield) ist bewegend erzählt.

Christanne de Bruijn, die hier in ihrer ersten Film-Hauptrolle zu sehen ist, liefert eine hingebungsvolle Darbietung und kann als große Entdeckung für die Leinwand bezeichnet werden. Sie bringt uns Antonia Brico mit der nötigen Energie und Ausstrahlung näher.

Fazit: Eine Filmbiografie mit eindrücklichen Szenen und einer hervorragenden Hauptdarstellerin, aber auch recht konventionell gestalteten Nebenhandlungen.




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