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Kritik: Peninsula (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Peninsula" ist der offizielle Nachfolger des in Südkorea kommerziell enorm erfolgreichen Zombiefilms "Train to Busan", der insgesamt über 11 Millionen Südkoreaner in die Kinos lockte. "Peninsula" wurde wieder von Yeon Sang-Ho inszeniert, der in den vergangenen Jahren unter anderem einen Kurzfilm und das Drehbuch für eine Serie realisierte.

"Peninsula" wird offiziell zwar als Nachfolgre von "Train to Busan" verkauft, hat inhaltlich jedoch nichts mit diesem gemein. Das ist einerseits ein Vorteil, da Neulinge den ersten Teil nicht gesehen haben müssen um der Story und den Figuren folgen zu können. Fans des großartigen "Train to Busan" werden aufgrund der fehlenden Bezugspunkte und Verweise jedoch womöglich enttäuscht den Kinosaal verlassen. Einzig Hauptfigur Jung-Seok und die später im Film auftauchende Mutter zweier, ums Überlebend kämpfender Kinder kennt man, wie sich herausstellen wird, aus "Train to Busan".

Während in "Train to Busan" der Schwerpunkt klar auf der Sozial- und Gesellschaftskritik lag (Stichwort: "Klassenkampf"), verkehrt Sang-Ho dies in "Peninsula" radikal ins Gegenteil. Hier geht es nicht um politische Kommentare oder zum Nachdenken anregende Sozialanalysen. "Peninsula" ist stattdessen ein rein auf seine (zum Teil höchst beeindruckenden) Schauwerte und Effekte bauender, apokalyptischer Endzeit-Zombie-Action-Film, in dem eine Hetzjagd durch die menschenleere Stadt die nächste Jagd.

Das ist alles ziemlich vorhersehbar, wenig anspruchsvoll und dramaturgisch überraschungsarm, wer allerdings auf knochentrockene, harte und sich selbst nicht zu ernst nehmende Zombie-Kost á la "Planet Terror" oder "Dawn oft the Dead" steht, wird auch mit "Peninsula" etwas anfangen können. Besonders schweißtreibend und sehenswert gestalten sich die – in gleißendes, helles Licht getauchten und verstörenden – Szenen in einer Art Gladiatorenarena, in der die Toten von der Decke baumeln. Und: die rasanten, elektrisierenden Verfolgungsjagden durch dieses trostlose, ausgestorbene und beklemmende Setting.

Fazit: Hirn aus, Augen auf: Der anspruchslose, inhaltlich generisch erzählte Zombie-Endzeit-Actioner "Peninsula" profiziert von seinen spektakulären Schauwerten und der brachialen, hartgesottenen Action.




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