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Ein Doktor auf Bestellung
Ein Doktor auf Bestellung
© Paramount Pictures Germany © SquareOne

Kritik: Ein Doktor auf Bestellung (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Ein Doktor auf Bestellung" war vor einem Jahr in Frankreich einer der großen Publikumserfolge im weihnachtlichen Kinoprogramm. Regisseur und Drehbuchautor Tristan Séguéla kommt eigentlich aus dem Musikvideo-Bereich. So inszenierte er in den frühen 2010er-Jahren Clips zu Songs von Martin Solveig oder Dragonette. "Ein Doktor auf Bestellung" ist sein dritter Langfilm, für den er mit Michel Blanc ("Die Super-Cops", "Wir waren Zeugen") einen der populärsten, erfolgreichsten französischen Darsteller für die Hauptrolle verpflichten konnte.

Gerade zu Weihnachten und in einem solchen "Seuchenjahr" wie 2020 braucht es Filme wie "Ein Doktor auf Bestellung", die einem ein mildes Lächeln ins Gesicht zaubern und einfach nur gut unterhalten. Regisseur Séguéla legt, ab dem Zeitpunkt ab dem der gutmütige Malek nach seinem Unfall mit Serge als Ersatzarzt einspringt, ein gehöriges Tempo vor – und schickt seine Hauptfigur auf eine illustre, abenteuerliche Reise durch die verschiedenen Pariser Stadtviertel. Ein Reiz entsteht dabei von Beginn an aus der Unterschiedlichkeit der Protagonisten.

Wie schon in Filmen wie "Ziemlich beste Freunde" agieren hier zwei völlig unterschiedliche Charaktere, die verschiedenen Generationen entstammen. Da ist der Mitt-Sechziger Serge, ein griesgrämiger, notorisch schlecht gelaunter Arzt, der dem Ruhestand entgegenfiebert und dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Ihm gegenüber steht der etwas naive, tollpatschige Malek, über 30 Jahre jünger als Serge und dem Leben gegenüber eher positiv eingestellt. Die unzähligen Missverständnisse und zwischen den beiden Figuren kommunizierten Fehlinformationen sorgen für allerlei charmante, skurrile Geschehnisse und Verwechslungen. Lacher sind bei den Stippvisiten des falschen Arztes damit in jedem Fall garantiert. Auch wenn der Humor an einigen Stellen etwas übers Ziel hinausschießt und zu deftig sowie reißerisch gerät (z.B. bei einem Patienten mit Darmproblemen).

Zudem fällt auf, dass unter den Patienten gehäuft Personen mit Migrationshintergrund und aus unterschiedlichen Kulturkreisen auftauchen. Das wirkt weder bemüht noch gewollt. Séguéla beweist vielmehr politische Korrektheit und er zeigt durch die aus allen Kulturkreisen und von diversen Kontinenten stammenden Figuren, wie vielfältig und bunt die Stadtviertel der Hauptstadt Frankreichs sind.

Fazit: Kurzweilige, liebenswürdige Feel-Good-Komödie mit einem blendend harmonierenden Hauptdarsteller-Duo.




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