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What lies below
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© Falcom Media Group © 24 Bilder

Kritik: What lies below (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Einfach gestrickte Horrorfilme gibt es genügend. Die Strickmuster ähneln sich: Das Böse tritt entweder in Gestalt eines maskierten Killers oder in Form eines besessenen Gegenstands in Erscheinung. Und die Schockmomente werden mit allzu plumpen jump scares erzeugt. Jedwede Abweichung von diesem Muster ist eine willkommene Abwechslung. Da verzeiht man es dann auch, wenn ein Film wie dieser unterwegs zu viele Maschen fallen lässt.

Der Killer in "What Lies Below" trägt keine Maske, sondern sein makelloses Antlitz und seinen gestählten Körper zur Schau. Der Filmtitel lässt bereits erahnen, dass sich unter dieser verführerischen Oberfläche noch etwas anderes verbirgt. Das Faszinierende daran ist nun, dass es Regisseur und Drehbuchautor Braden R. Duemmler nicht dabei belässt. Sein Langfilmdebüt erzählt nicht nur von einem gutaussehenden Psychopaten, der sich in eine Familie einschleicht. Es geht um mehr als nur den Feind in Mutters Bett, der alsbald auch Verlangen nach der Tochter hat. Denn Duemmler kreuzt das Genre des (sexuell konnotierten) Psychothrillers mit dem Monsterfilm.

Ob das Ganze gelungen oder furchtbar missraten ist, daran scheiden sich die Geister. Die sexuelle Konnotation der Geschichte ist zwar ziemlich platt, dafür löst deren Umsetzung ein permanentes Unbehagen aus. (Und was wollen Horrorfilme anderes?) Auch überzeugen die schauspielerischen Leistungen nur ansatzweise. Gemessen am geringen Budget wartet dieser Film aber mit einer überzeugenden Atmosphäre und ordentlichen Effekten auf. Zudem gelingt Duemmler noch ein ganz anderes, sehr seltenes Kunststück. Sein Debüt kann köstlich amüsieren, wenn man es als absoluten Trash interpretiert und verlacht oder einen erschaudern lassen, wenn man es als perfiden Horrortrip ernst nimmt.

Fazit: Langfilmdebütant Braden R. Duemmler hat einen zwiespältigen Erstling abgeliefert. Seine Kreuzung aus Psychothriller, Mystery und Monsterfilm dürften die meisten als Trash abtun. Hier verspricht dieser Film gar unfreiwillig komisches Kultpotenzial. Doch selbst wer ihn ernst nimmt, hat seinen Spaß damit. Denn in diesem kleinen perfiden Film schlummert etwas unter der Oberfläche.




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