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Kritik: Eiffel in Love (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Bauingenieur und Eiffelturm-Erbauer Gustave Eiffel machte sich bereits knapp zehn Jahre vor der Fertigstellung des gewaltigen Turms unsterblich: mit der Vollendung der stählernen Eisenbahnbrücke Garabit-Viadukt in Ruynes. "Eiffel in Love" widmet sich vor allem den Planungen und dem Bau des Eiffelturms und verschränkt dies mit einer romantischen Lovestory. Hauptdarsteller Romain Duris wurde einem breiten Publikum vor 20 Jahren mit der Komödie "L’auberge espagnole" bekannt.

In beeindruckenden Bildern und wunderschönen Kulissen vom Paris des ausgehenden Jahrhunderts entführt "Eiffel in Love" in eine Zeit des Auf- und Umbruchs. Das Industriezeitalter war auf dem Höhepunkt angelangt, der Wechsel zur Moderne stand kurz bevor. Eine der großen und prägenden Figuren dieser Zeit war Eiffel, den der Film als akribischen Denker und enorm kenntnisreichen, fleißigen Ingenieur zeigt, glaubhaft und charismatisch verkörpert von Romain Duris.

In Sachen Screen-Time und Bedeutung für die Dramaturgie halten sich die beiden Kerninhalte, der Bau des Turms und die Liebesgeschichte, grob die Waage. Da fällt es leider schwer ins Gewicht, dass die Chemie zwischen Duris und Emma Mackey nicht wirklich zu stimmen scheint. Vor allem wenn sie in der filmischen Gegenwart zu sehen sind, als gereifte Menschen in ihren mittleren bis späten Vierzigern und Fünfzigern, wirken die gemeinsamen Szenen oft gestellt und seltsam steif.

Schade ist zudem, dass "Eiffel in Love" gegen Ende einige der mit dem Bau zusammenhängenden Probleme und Herausforderungen recht schnell beiseite wischt und uninteressiert abarbeitet. Ob es die finanziellen Schwierigkeiten sind oder die gespaltene Meinung der Öffentlichkeit – zum Schluss hat sich all dies scheinbar in Luft aufgelöst. Viele Fragen bleiben also offen. Dafür geraten einige Szenen und dramatische Ereignisse (ein Streik, Wassereinbruch, die Hetze der Presse) rund um die Bauarbeiten zu wahrhaft spannungsgeladenen, elektrisierenden Momenten, die an die Dringlichkeit und den Nervenkitzel eines Thrillers heranreichen.

Fazit: Umwerfend aussehender, zu weiten Teilen fesselnder Mix aus Biographie, Drama und Liebesfilm, der seine Schwächen bei der Love-Story nicht ganz ausgleichen kann.




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