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Träum weiter! Sehnsucht nach Veränderung
Träum weiter! Sehnsucht nach Veränderung
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Träum weiter! Sehnsucht nach Veränderung (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Dokumentarfilmer Valentin Thurn, 1963 in Stuttgart geboren, blickt auf eine beachtliche Anzahl an Produktionen fürs Fernsehen und Kino zurück. Am bekanntesten sind seine Dokumentarfilme über Lebensmittel, unseren Umgang damit und die Industrie dahinter. Seine Kinofilme "Taste the Waste "(2010) und "10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?" (2015) erhielten zahlreiche Preise. Auch wenn es in Thurns neuestem Film diesmal nicht um Nahrung geht, fühlen sich die darin dokumentierten Geschichten ähnlich an.

Denn in "Träum weiter!" werden Träume geträumt, die allesamt etwas mit der Zerstörung unseres Planeten, mit der Endlichkeit von Ressourcen oder schlicht mit der Sehnsucht nach einer alternativen Lebensweise zu tun haben. Diesmal geht es nicht um globale Zusammenhänge und das große Ganze dahinter, sondern um fünf unterschiedlich große Projekte, die jedes für sich versuchen, die Welt oder auch nur das persönliche Umfeld zu verbessern.

Ob sich all diese Träume – vom kleinen Wohnraum für alle bis zur gigantischen Marsmission – verwirklichen lassen oder Träume bleiben, steht auf einem anderen Blatt. Valentin Thurn hakt nicht kritisch nach, sondern stellt die Träumer und ihre Träume einfach kommentarlos und in wunderschönen Aufnahmen vor. Das ist auch eine Geduldsprobe für sein Publikum, denn bei einigen Protagonisten (etwa dem bereits einmal krachend gescheiterten Erfinder Carl-Heinrich von Gablenz oder Günther Golob, der für die angestrebte Marsmission seine Kinder zurücklassen würde; mal ganz abgesehen davon, dass die Mission selbst wie eine Betrugsmasche wirkt) drängen sich kritische Fragen förmlich auf. Hier bleibt der Film Antworten schuldig, regt stattdessen aber dazu an, eigenen Träumen nachzugehen.

Fazit: Valentin Thurns neuer Dokumentarfilm stellt fünf Menschen und deren Träume vor – kommentarlos und in wunderschönen Bildern. Antworten auf kritische Fragen bleibt der Film schuldig, regt aber zum Träumen an.




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