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Buddy Games
Buddy Games
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Buddy Games (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wer mit seichter low brow-Comedy a la Adam Sandler, Todd Phillips (prä-Joker) oder Adam McKay (prä-Big Short) und Konsorten nichts anfangen kann, sollte dringend die Finger von "Buddy Games" lassen. Denn beschreiben lässt sich der Film am besten als sinnbefreiter, pubertärer Spaß, der absolut keinen Anspruch erkennen lässt. Doch auch das kann unterhaltsam sein, das beweisen nicht nur die oben genannten Filmemacher immer wieder, sondern auch das Regiedebüt von Josh Duhamel.

"Buddy Games" wirkt wie ein überdrehtes Projekt von Freunden, die nicht erwachsen werden wollen (und sich selbst spielen?), und haben so auch etwas von der Jackass-Aura: Man merkt den Beteiligten den Spaß an und der überträgt sich teilweise auch auf die Zuschauer. Kurzweilig ist das Ganze jedenfalls, höchst geschmacklos, zeitweise primitiv, aber zu keinem Zeitpunkt nervig oder peinlich. Mangelhaft ist hingegen das Drehbuch, in das sich der eine oder andere Logikfehler eingeschlichen hat. Nicht immer weiß man, warum etwas passiert oder gesagt wird. Und auch der Schnitt offenbart Schwächen.

Interessant jedenfalls ist das Ende, das auch so etwas wie eine Message für die Zuschauer bereithält: Werde nie erwachsen! Während viele vergleichbare Filme ihre Protagonisten nach Chaos und Wahnsinn wieder in das geregelte, bürgerliche Leben (Beruf, Haus, Familie) zurückschwemmen oder sie zumindest durch ihre Abenteuer etwas lernen, "reifer" werden oder sich weiterentwickeln, propagiert "Buddy Games" die fröhliche Regression. Denn von Bob gibt es keinen Heiratsantrag an die Freundin, den sie sich seit Jahren wünscht, sondern für ihn die Rückkehr in die Arme seiner best buddies for life. Oder, wie Bob (sinngemäß) erklärt: You don't stop playing when you get old, you get old when you stop playing.

Fazit: Anspruchslos und sinnbefreit, aber kurzweilig und unterhaltsam: "Buddy Games" ist ein Fest für Freunde des seichten und schlechten Geschmacks und bietet 1.5 Stunden solides Film-Entertainment. Hirn aus, Film ab!




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