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Shorty und das Geheimnis des Zauberriffs
Shorty und das Geheimnis des Zauberriffs
© Alpenrepublik GmbH Filmverleih

Kritik: Shorty und das Geheimnis des Zauberriffs (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der deutsche Animationsfilm von Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Peter Popp bietet ein buntes Unterwasserabenteuer, in dem drei kleine Fische die Hauptrollen spielen. Damit befindet er sich zum Teil im Schlepptau des Pixar-Erfolgs "Findet Nemo", aber er schildert den Ozean zugleich auch sehr deutlich als bedrohten Lebensraum. Die Verschmutzung der Meere, die Überfischung, das Sterben der Korallen setzt den drei tierischen Helden zu und sie müssen sich auf die Suche nach einem Riff begeben, in dem sie wieder in Sicherheit und Frieden leben können. Der von Veronica Ferres gesprochene Off-Kommentar betont mit ernster Dringlichkeit, dass der Ozean, aus dem alles Leben stammt, um Hilfe rufe.

Popp wurde als Produzent von Fulldome- oder 360-Grad-Filmen ("Kaluoka‘Hina – Das Zauberriff") bekannt. Auch in diesem Spielfilm, der in zwei Formaten hergestellt wurde, um in normalen Kinos ebenfalls gezeigt werden zu können, beeindrucken die Animationen der Unterwasserwelt. Man hat den Eindruck, ziemlich realistisch mit den kleinen Fischhelden zwischen Felsen, Korallen, über Seegras zu schwimmen und bestaunt mit ihnen die bunte Tier- und Pflanzenwelt. Dass Shorty, Indigo und Jake in den drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb gehalten sind, rückt sie vor jedem Hintergrund auf lebhafte Weise in den Mittelpunkt. Medusen, Haie,Schildkröten, singende Buckelwale, Nautilusse, Krebse, sogar der grimmig wirkende Anglerfisch der Tiefsee kreuzen ihren Weg. Oft aber nimmt die Kamera auch Abfälle ins Visier, die in dieser Welt eigentlich nichts verloren haben, wie Plastikflaschen, Plastiktüten, Autoreifen, Dosen.

Während die Animation keine Wünsche offenlässt, wirkt die Handlung eher etwas eigenwillig, als aus einem Guss. Einerseits vermittelt das Abenteuer realitätsbezogen Wissen über das Meer und seine Umweltbelastung. Darin ähnelt es Ben Stassens "Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage". Andererseits leistet sich der Film aber auch märchenhafte, fantasievolle Elemente, wie die vom Anglerfisch ausgedachte und sogleich visuell ausgemalte Reise ins Weltall. Ob es solche Ausflüge ins Reich der Fantasie gebraucht hätte, ist wohl Geschmackssache. Der Ideenreichtum hätte vielleicht lieber mehr auf die Zeichnung der Charaktere verwendet werden sollen, die doch etwas einfach gestrickt als pure Handlungsträger dienen. Insgesamt überzeugt der Film jedoch als reizvoll gestaltetes Animationsabenteuer mit wichtiger Botschaft.

Fazit: Unter der Regie von Peter Popp ist ein reizvolles Animationsabenteuer entstanden, das seinem Publikum die Schönheit der ozeanischen Unterwasserwelt vorführt. Zugleich zeigt die Geschichte, in der drei kleine Fische nach einem noch intakten Korallenriff suchen, in dem sie überleben können, wie sehr die Ozeane und ihre Bewohner von Umweltschäden beeinträchtigt sind. Auch Fantasyelemente werden in die abwechslungsreiche Handlung eingeflochten, welche das Interesse eines jungen Publikums an der Natur und ihrem Schutz wecken möchte.




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