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Roamers - Follow Your Likes
Roamers - Follow Your Likes
© Camino

Kritik: Roamers - Follow Your Likes (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrer dokumentarischen Betrachtung "Roamers – Follow Your Likes" widmet sich die 1987 im Schwarzwald geborene Regisseurin Lena Leonhardt der digitalen Generation – und wie diese sich auf Sinnsuche begibt. Dabei nähert sie sich dem Social-Media-Kosmos auf angenehm differenzierte Art und Weise. Das Leben als Influencer oder als Bloggerin wird weder glorifiziert, noch geht es darum, voyeuristisch in Abgründe zu blicken. Vielmehr gelingen Leonhardt facettenreiche Porträts von Leuten mit unkonventionellen Lebensentwürfen.

So etwa von Nuseir (alias Nas) und Alyne. Die beiden sind ein Paar. Beide gaben einst ein Leben, das durchgeplant schien, auf – und wurden zu Internet-Stars. Er kündigte seinen gut bezahlten Job bei PayPal in New York, sie verließ nach ihrer Scheidung die mormonische Community ihrer Familie. Leonhardt gibt den Hintergrundgeschichten von Nas und Alyne sowie aller anderen Personen, mit denen sie sich in "Roamers" befasst, den nötigen Raum, um deren Wunsch nach Veränderung nachvollziehbar zu machen. Und sie lässt uns spüren, wie es ist, immer wieder neuen Content produzieren zu müssen, um in der überaus schnelllebigen Welt des Internets nicht alsbald in Vergessenheit zu geraten.

Die spannendsten Personen des Films sind Kim und Paolo, die als Paar Pornos on demand drehen. Was zunächst recht skurril anmutet, wird allmählich zur faszinierenden Story zweier Menschen, die unbeirrt ihren Weg gehen und sich dabei eigene Fantasien erfüllen.

Fazit: Ein erhellender Dokumentarfilm über Menschen, die ein Dasein abseits der Nine-to-Five-Routine führen. Beeindruckend!




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