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Kritik: Der Mauretanier (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Für sein neues Werk "Der Mauretanier" konnte der in Glasgow geborene Regisseur Kevin Macdonald ("State of Play", "Der Adler der Neunten Legion") drei große Stars gewinnen – Jodie Foster, Shailene Woodley und Benedict Cumberbatch. Der auf dem Sachbuch "Das Guantanamo-Tagebuch" von Mohamedou Ould Slahi basierende Film lebt indes ganz vom intensiven Spiel des Hauptdarstellers Tahar Rahim, der unter anderem bereits in Jacques Audiards "Ein Prophet" (2009) und in Asghar Farhadis "Le passé" (2013) Eindruck zu hinterlassen vermochte. In dem durchweg soliden Justizdrama ist er das pochende Herz.

Als Insasse des Gefangenenlagers auf Kuba vermittelt Rahim, wie die jahrelange Misshandlung und Folter dem Protagonisten Slahi beinahe die Hoffnung genommen hat – und wie es ihm dann dennoch gelingt, mithilfe des Strafverteidigerinnen-Duos zu kämpfen und an das Rechtssystem zu glauben. Das Abschluss-Statement per Videoschalte ist ein besonders starker, ergreifend interpretierter Moment. Die ebenfalls auf realen Personen basierenden Parts von Foster, Woodley und Cumberbatch haben durchaus etwas Schematisches, werden aber gekonnt zum Leben erweckt. Bei Foster bleibt vor allem die Energie der Figur in Erinnerung; bei dem von Cumberbatch verkörperten Militär-Ankläger ist es der allmähliche Zweifel an der eigenen Position.

Wie bei einigen anderen Filmen, die sich juristischen Fällen widmen, werden in "Der Mauretanier" auch die Methoden der Gegenseite klug erfasst, die die Wahrheitsfindung verhindern sollen – etwa das Schwärzen von Akten und die schiere Masse an Material, die eine Ermittlung möglichst schwierig gestalten soll. Macdonald schafft es, Spannung aufzubauen, ohne das Thema dadurch zu banalisieren und zur bloßen Genreunterhaltung zu machen.

Fazit: Ein erschütternder Einblick in politische Abgründe mit einem hervorragenden Hauptdarsteller und einer rundum guten Besetzung.




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