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DER SCHRILLE KLANG DER FREIHEIT
DER SCHRILLE KLANG DER FREIHEIT
© Meteor Film

Kritik: Der Schrille Klang der Freiheit (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Der schrille Klang der Freiheit" hat der Langfilmdebütant Peter Livolsi den Jugendroman "The House of Tomorrow" von Peter Bognanni adaptiert. Die höchst sympathische Coming-of-Age-Tragikomödie erzählt von der Freundschaft zwischen zwei Außenseitern und von der befreienden Energie des Punk-Rock. Das Werk widmet sich seinen Figuren voller Empathie und hat neben einem sehr gelungenen Soundtrack zahlreiche schöne Einfälle zu bieten.

Hierzu zählt etwa einer der zentralen Schauplätze des Films: Der adoleszente Protagonist Sebastian bewohnt mit seiner Großmutter Josephine ein abgelegenes Kuppelgebäude, das von dem (realen) Architekten Richard Buckminster "Bucky" Fuller (1895-1983) erdacht wurde. Als einstige Schülerin und Geliebte des bekannten Futuristen hat Josephine ihr ganzes Leben auf dessen Überzeugungen ausgerichtet – und nimmt dabei die Bedürfnisse ihres heranwachsenden Enkels zu wenig wahr. Mit Witz und Feinsinn schildert "Der schrille Klang der Freiheit" die Emanzipation Sebastians, nachdem dieser dem rebellischen Jared begegnet ist. Ganz zauberhaft ist die Szene, in der Jared Sebastian über Kopfhörer mit Punk-Rock-Klängen vertraut macht. Wie die beiden daraufhin eine Band namens The Rash gründen, ist in dramaturgischer Hinsicht recht konventionell, lebt jedoch von der stimmigen Chemie zwischen den zwei Hauptdarstellern.

Asa Butterfield ("Sex Education") als Sebastian und Alex Wolff ("Hereditary – Das Vermächtnis") als Jared liefern hingebungsvolle Leistungen. Und auch die Erwachsenenrollen werden von Hollywood-Star Ellen Burstyn ("Requiem for a Dream") und Comedian Nick Offerman ("Parks and Recreation") glaubhaft verkörpert. Sowohl die freigeistige, aber zugleich allzu einnehmende Großmutter von Sebastian als auch der (über-)fürsorgliche und etwas weltfremde Vater von Jared müssen lernen, ihren Kids Freiräume zuzugestehen und so die Möglichkeit zu geben, eigene Wege zu finden.

Fazit: Ein kleines Indie-Juwel mit liebenswerten Figuren, vielen einfühlsamen Momenten und einem wunderbar harmonierenden Schauspiel-Team.




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