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Hopfen, Malz und Blei
Hopfen, Malz und Blei
© camgaroo productions

Kritik: Hopfen, Malz und Blei (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Hopfen, Malz und Blei" – dieser ungewöhnliche Mix aus klassischen Western-Motiven, bayerischer Kultur und Lebensart sowie Komödie stammt vom jungen Regisseur und Kameramann Mark Lohr. Vor drei Jahren feierte er sein Debüt mit "Easy Raver". Mit seinen Darstellerinnen und Darstellern drehte er "Hopfen, Malz und Blei" in Nieder- und Oberbayern, in der Region München und im Bergwerk des Deutschen Museums.

Wer sich ohne Vorbehalte auf unalltägliche, filmische Experimente einlassen kann und offen für Neues ist, der wird mit "Hopfen, Malz und Blei" definitiv seine Freude haben – gerade weil das Werk vor frischer, unverbrauchter Energie und Ideenreichtum nur so übersprudelt. Und das ist nicht zuletzt seinem humorvollen, locker-leichten Tonfall zu verdanken, der Liebe zum Western-Genre und der Huldigung der bajuwarischen Lebensart.

Die mit diesen beiden Kunst- bzw. Lebensformen oder besser, "Kulturgütern", einhergehenden Klischees und Versatzstücke nimmt "Hopfen, Malz und Blei" pointiert und augenzwinkernd auf die Schippe. Ohne den Respekt davor zu verlieren. Im Gegenteil: Vielmehr verneigt sich der Film vor dem klassischsten aller (amerikanischen) Filmgenres. Zudem beweist Lohr Kenntnis der Filmgattung und wichtigsten Charakteristika, wenn er all das aufbietet, was den traditionellen Wild-West-Film auszeichnet: einsame, schweigsame Revolverhelden im Stile eines "Pale Rider", wilde Schlägereien wie in "Mein Name ist Nobody" und atmosphärische Landschaftsaufnahmen á la "Weites Land".

In Kombination mit einigen der typischen bayerischen "Erkennungsmerkmale", vom zünftigen Wirtshaus über den sympathischen (ober-)bayerischen Dialekt bis hin zur beliebtesten Biersorte der Bayern (dem Weißbier), macht "Hopfen, Malz und Blei" vor allem eines: Spaß. Der Humor ist deftig und slapstickhaft, der Blick des Regisseurs auf seine Figuren ist geprägt von Empathie und die Schauspieler harmonieren wunderbar. Allen voran Florian Blädel und Lea Liebhart, mit denen man mitfiebert und die mit "Musi und G’sang" noch jedes Wirtshaus im "bayerischen Westen" aufmischen.

Fazit: Launige, angenehm leichtfüßige und augenzwinkernde Verbeugung vor dem Western-Genre und der bayerischen Kultur, mit unbekümmert spielenden Darstellern und epischen Landschafts-Impressionen.




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